Gütermobilität, MdZ 1. Ausschreibung (2012)

TRIUMPH II

Trimodaler Umschlagplatz Hafen II– Effizienter Fluss durch digitale Vernetzung

Das Projekt TRIUMPH II hat die Entwicklung eines innovativen Kommunikationskonzepts zum Ziel, das alle am Prozess beteiligten Partner des Hafens/Terminals und deren Prozesse enger miteinander verzahnt und die Transportkette am Umschlagspunkt durch automatisierte Datenzugriffsregelungen via EDI-Standards und einer intelligenten Clearingstelle digital abbildet und intelligent miteinander vernetzt.

Die im gegenständlichen Projekt erreichte Komplexitätsreduktion durch Standardisierung und Beseitigung von Ineffizienzen mündet in einer Erhöhung des Informationswertes durch Einsparung von Kommunikations- und Transaktionskosten, Durchlaufzeitverringerung von Geschäftsprozessen, Vermeidung von Medienbrüchen sowie Fehleingaben. Darüber hinaus liefert TRIUMPH II einen Beitrag zur Verlagerung von Transportsubstrat auf Schiene und Wasserstraße, da alle Modalentscheidungen durch einheitliche Kommunikationsprozesse unterstützt werden.

Dabei werden automatisiert und somit effizient im Hintergrund bei jedem Geschäftsfall die Zugriffsrechte nur auf transportrelevante, notwendige Daten – wie beispielsweise die aktuelle Position eines ankommenden Lkw – ohne administrativen Aufwand dynamisch geregelt. Weiters werden verkehrsinfrastrukturbezogene Daten aus intelligenten Verkehrssystemen (IVS) wie geplante oder spontane Verkehrsstörungen bereitgestellt. Zusätzlich soll der Kommunikationshub nicht nur der geregelten Datenweiterleitung dienen, sondern über eine eigene Intelligenz verfügen, die mittels proaktiven Supply Chain Event Monitoring bei Eintreten geplanter Events oder Abweichungen Folgeprozesse bei Partnern anstößt.

Durch die Zusammensetzung des Konsortiums und insbesondere der Mitgliedschaft von GS1 erschließt sich dem Projekt der Zugang zum Standardisierungsstandard „Global Standards Management Process (GSMP)“, der DIE globale Plattform für standard-basierte Lösungen zur Effizienzsteigerung der Wertschöpfungskette darstellt. Die neu zu definierenden und zu integrierenden automatisierten Informationsflüsse werden derart gestaltet, dass aus dem Projekt resultierende Erkenntnisse in Erweiterungen bestehender EDI Standards einfließen, welche letztlich international zur Anwendung gelangen. Österreich kann somit die Keimzelle eines neuen EDI-Standards bzw. dessen Erweiterung für die Unterstützung intermodaler Verkehre werden.

Das gegenständliche Thema stellt ein neues, in Österreich wenig besetztes, hochinnovatives Forschungsfeld dar, das geeignet ist, auch außerhalb von Österreich international Beachtung zu finden. Durch den geplanten Proof-of-Concept wird der Machbarkeitsnachweis des zu erstellenden Systemkonzepts erbracht und ein Business Case entwickelt. Damit sind alle notwendigen Schritte für ein geplantes Folgeprojekt vorbereitet.

Darüber hinaus werden im Rahmen des Vorgängerprojekts TRIUMPH entwickelten Methoden zur Ankunftsprognose hinsichtlich Zuverlässigkeit erweitert. Zu diesem Zweck wird die derzeitig manuell stattfindende Auswahl von Geofenstern (virtuelle Schranken) automatisiert, sodass diese adaptiv und regelmäßig angepasst und verbessert werden kann. Methoden der kombinatorischen Optimierung werden dazu integriert, sodass auf Änderungen im Verkehrsaufkommen ohne weiteres Zutun reagiert werden kann. Zudem wird die Qualität der Prognose (Präzision) verbessert, da fortgeschrittene (statistische) Verfahren eingesetzt werden, um (versteckte) Regelmäßigkeiten extrahieren zu können. Letztlich wird die Auswirkung der verbesserten Ankunftsprognose auf nötige Planungsschritte im intermodalen Knotenpunkt untersucht, um eine Effizienzsteigerung der intermodalen Transportkette zu erreichen.

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