Gütermobilität, MdZ 1. Ausschreibung (2012)

GüMoS

Nachhaltige Gütermobilität in Städten - Leitlinie für FTI-Projekte

Gütermobilität in Städten wird seit den 1980er Jahren mehr oder weniger intensiv behandelt und diskutiert. Während die ursprünglichen Ansätze der „City Logistik“ sehr isoliert die Transportkonsolidierung in Güterverkehrszentren (GVZ) untersucht und propagiert haben, müssen Handlungsfelder von heute wesentlich breiter gesteckt werden. Dieser Vorgabe trägt GüMoS Rechnung, in dem der Kern des methodischen Ansatz auf den drei wesentlichen Aktionsfelder einer erfolgreichen Stadtlogistik – den Betreiber von Projekten (unterschieden nach Branchen), den Städten, in welchen die Projekte umgesetzt werden und den Projekten selbst – aufbaut.

Nach Entwicklung des methodischen Rahmens und der Projektabgrenzung gemeinsam mit dem Auftraggeber und einem allfälligen Projektbeirat wird mittels einer Primärerhebung die Güterverkehrssituation in österreichischen Städten exemplarisch erhoben. Dies erfolgt mittels Befragung und Erhebung bezüglich Projekt- und Betreibersituation durch den Praxispartner und betreffend der städtischen Sichtweise zum Thema mit Städtevertretern mit Unterstützung des Städtebundes. Konkret werden dabei die Probleme bei der Verkehrsabwicklung im Allgemeinen, spezifische Probleme im städtischen Güterverkehr, Projekte zur Stadtlogistik und nachhaltigen Gütermobilität in Städten erhoben und nach deren Status (umgesetzt, angedacht, gefördert, fehlgeschlagen) differenziert, sowie in weiterer Folge daraus erfolgsversprechende Umsetzungskriterien bzw. notwendige Voraussetzungen für Stadtlogistik-Projekte im Ausblick abgeleitet.

Mit dem Praxispartner und seinem branchenspezifischen Fokus können insbesondere die unterschiedlichen Branchenanforderungen sowie auch unterschiedlicher Distributionssysteme - vom Paketdienst bis zur Ladungsspedition - mit integriert werden. Der Städtebund wird das Projektteam bei der Erhebung mit seinen Kontakten unterstützen.

Basierend auf der eingangs entwickelten Methode und der multidimensionalen Analyse der Erhebungsergebnisse (qualitativ wie auch quantitativ) werden perspektivische Vorgaben entwickelt. Darauf aufbauend werden für die drei Dimensionen „Betreiber“ (wer), „Projekt“ (was) und „Stadt“ (wo) in einem Querschnittsansatz Best Practices, Bewertungskriterien und Indikatoren (Benchmark, Maßeinheiten) abgeleitet und so je Bereich der Input für eine „Balanced Scorecard“ des städtischen Güterverkehrs erarbeitet, die als methodische Basis für die Leitlinien fungieren soll.

Diese Einzelbetrachtungen werden in einem nächsten Schritt mit den Methoden der Balanced Scorecard und der Schnittstellenanalyse zusammengeführt und zu einem Gesamtbewertungsschema (Leitlinien) erweitert. Die auf diese Weise erarbeiteten Leitlinien werden schlussendlich gemeinsam mit abgeleiteten Handlungsoptionen und Empfehlungen in einem Handbuch integriert.

Das Handbuch samt Leitlinien lässt eine Bewertung zukünftiger FTI-Projekte sowohl aus öffentlicher als auch privatwirtschaftlicher Sicht zu. Dies ermöglicht die Beurteilung von FTIProjekten zur Verbesserung der Stadtlogistik noch vor der eigentlichen Projektumsetzung und unterstützt somit Förderstellen, Städte und privatwirtschaftliche Betreiber bei der Entscheidung für oder gegen angedachte Projekte und Projektideen.

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