Personenmobilität, MdZ 2. Ausschreibung (2013)

AktivE Jugend

Förderung aktiver Mobilität bei Jugendlichen in urbanen (Straßen-)Freiräumen durch mobile digitale Medien

AktivE Jugend untersucht Möglichkeiten und Chancen von mobilen Endgeräten und welchen Bei-trag sie zur Verringerung von Bewegungsmangel von Jugendlichen leisten können. Aus der Analy-se von Mobilitäts- und Bewegungsverhalten von Jugendlichen im städtischen Raum mit (verkehrs-) planerischen, sozial- und sportwissenschaftlichen Methoden, wird der interdisziplinäre Beratungs-Toolkit „Jugend Aktiv Mobilcheck“ (JAM) entwickelt und die Potentiale neuer Medien getestet.

„Warum Jugendliche zunehmend dicker werden“ (Der Standard) oder „Jugend zu dick und unbe-weglich“ (ORF) sind Beispiele für Schlagzeilen, die uns zum Projekt AktivE Jugend inspiriert ha-ben. „Neue Medien“, beginnend mit der Einführung des Fernsehens über Video bis hin zu DVDs und Computerspielen werden häufig dafür verantwortlich gemacht, dass Jugendliche zu wenig raus gehen und sich zu wenig bewegen. Die weite Verbreitung von mobilen Endgeräten wie Smart-Phones oder Tablet-Computer auch unter Jugendlichen haben diese Situation verändert. Statt neue Medien dafür verantwortlich zu machen, dass Kinder und Jugendliche vermehrt zu Hause bleiben und sich weniger bewegen, sollen die Möglichkeiten und Chancen – die gerade mobile Endgeräte bieten – dahingehend untersucht werden, welchen Beitrag sie zur Verringerung des Bewegungsmangel von Jugendlichen leisten können. Spielerische und kommunikative Instru-mente auf mobilen Endgeräten, die von Jugendlichen täglich verwendet werden, können Anreize schaffen, dass Jugendliche aktive Mobilitätsformen wählen, um insbesondere regelmäßige All-tagswege zurückzulegen.
Aufgrund der heterogenen Zusammensetzung der Gruppe der Jugendlichen und der häufigen Än-derungen von Jugend-Trends gibt es wenig aktuelles Wissen darüber, wie sich Jugendliche im öffentlichen Raum bewegen, wie viel aktive Mobilitätsformen sie (im Alltag und in der Freizeit) wäh-len, welchen Beitrag diese unterschiedlichen Bewegungsaktivitäten zu ihrer Gesundheit leisten und welchen Einfluss die Nutzung von mobilen Endgeräten (location based games, location based services, etc.) auf das Bewegungs- und Mobilitätsverhalten von Jugendlichen hat.

Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von VerkehrsplanerInnen, LandschaftsplanerInnen sowie SportwissenschaftlerInnen wird in dem Projekt AktivE Jugend erstmalig mit einem integrati-ven Ansatz die Wechselwirkungen zwischen räumlichen Rahmenbedingungen, verkehrsplaneri-schen und Bewegungs-Aspekten sowie gesundheitlichen Auswirkungen untersucht. Grundlage ist die Analyse des derzeitigen Mobilitätsverhalten von Jugendlichen (in Zusammenarbeit mit Schu-len) in der unterschiedliche disziplinspezifische Erhebungsmethoden gemeinsam eingesetzt wer-den. Durch diese Methodentriangulation wird das vielschichtige Phänomen jugendlicher Bewe-gungsmuster und -aktivitäten aus unterschiedlichen Blickwinkeln und mit unterschiedlichen Zugän-gen analysiert. In einem zweiten Schritt werden gemeinsam mit den beteiligten Jugendlichen im Rahmen eines „Living Labs“ Möglichkeiten ausgearbeitet, neue Medien und die mobilen Endgeräte zu nutzen, um Anstöße zur Änderung des Mobilitätsverhaltens zu geben. Hier wird bewusst mit dem offenen Ansatz des „Living Labs“ gearbeitet, um nicht bestimmte Instrumente vorzugeben, sondern mit der Zielgruppe gemeinsam passende Anknüpfungspunkte zu entwickeln. Die Veränderungen, die sich daraus ergeben, werden zuerst mit der Gruppe der Jugendlichen, die die An-sätze entwickelt haben, getestet und anschließend mit einer Kontrollgruppe die möglichen Auswir-kungen geprüft.
Basierend auf diesen Testfällen wird ein Toolkit „Jugend Aktiv Mobilcheck“ (JAM) entwickelt, in dem die Erfahrungen zusammen gefasst und Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie eine Be-standsanalyse der Mobilitäts- bzw. Bewegungsmuster optimal erfolgen kann, welche Möglichkeiten der Intervention bestehen sowie eine Umsetzungskontrolle erfolgen kann. Ziel ist ein Handbuch zur Umsetzung von JAMs zu entwickeln, die es anderen (Jugend-)Organisationen, Gemeinden und Gebietskörperschaften ermöglicht, das entwickelte Tool-Set in ihrem Wirkungsbereich umzu-setzen und Veränderungen im Bewegungs- und Mobilitätsverhalten auszulösen.

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