Gütermobilität, MdZ 3. Ausschreibung (2013)

SynChain

Synchromodale Logistikketten

Transportentscheidungen werden oftmals nicht nach Prüfung objektiver Kriterien sondern aus dem Bauch heraus, durch Traditionen oder gar durch falsche Vorurteile geleitet und ohne detaillierte Überlegungen gefällt. So kommt es, dass derzeit ca. 76% der Güter im EU-Verkehr auf der Straße transportiert werden und dies obwohl andere Transportmodi ebenso gut geeignet oder sogar vorteilhafter wären. SynChain versucht an eben dieser Schwachstelle anzusetzen und einen Wandel in der Entscheidungsfindung der Transportmittelwahl einzuleiten. Hierfür setzt SynChain auf das neuartige Logistikkonzept der Synchromodalität, das in den Benelux-Ländernbereits erfolgreich Anwendung findet, während es in anderen Teilen Europas noch beinahe gänzlich unbekannt ist.
Synchromodalität verbindet existierende parallel-verlaufende Transportnetzwerke auf der Schiene, der Straße und der Binnenwasserstraße effizient miteinander und erzielt somit Synergieeffekte im Transportsektor. Dabei wird die Transportmittelwahl nicht vom Auftraggeber getroffen sondern dem Transportdienstleister übertragen. Diesem obliegt es nun für den jeweiligen Transport den optimalen Transportmodus bzw. die optimale Transportkette unter Berücksichtigung des multimodalen Verkehrsträgernetzwerks und der Vielzahl parallelverlaufender anderer Transporte auszuwählen. Zudem ist das Transportnetzwerk so flexibel gestaltet, dass eine Transportmitteländerung zu jedem Zeitpunkt möglich ist und daher auch laufend unter Einbeziehung aktueller Daten überprüft wird. Durch diese Flexibilität bietet ein synchromodales Transportnetzwerk ein verlässliches Back-Up-System, dass sogar den Ausfall eines Verkehrsträgers gänzlich abfedern kann und somit die Gesamtzuverlässigkeit sowie die (ökologische) Nachhaltigkeit des Systems gegenüber einem herkömmlichen multimodalen Verkehrsnetz signifikant erhöht werden.
Da das Konzept der Synchromodalität in Österreich noch weitgehend unbekannt ist, setzt SynChain einerseits auf ein tiefgehendes Verständnis des Konzepts, sodass essentielle Key Enabler extrahiert und potentielle Adaptierungsvorschläge von technischen, organisatorischen sowie systemischen Rahmenbedingungen abgeleitet werden können und andererseits auf die Bewusstseinsbilder unter den Stakeholdern, um somit eine Grundlage für die Einführung der Synchromodalität in Österreich zu schaffen.

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