Verkehrsinfrastruktur, VIF2013

WIABAHN

Akustische Wirkung von gleisnahen Abschirmkanten und Bahnsteigdächern

Die aktuellen Normen und Rechenverfahren zur Schallimmissionsberechnung für Schienenverkehrslärm in Österreich sind nicht geeignet, die Wirkung von gleisnahen Abschirmkanten (z.B. Bahnsteigkanten) mit reflektierenden oder auch schallabsorbierenden Oberflächen auf die Schallausbreitung zu berücksichtigen. Die derzeit verwendete ONR 305011 geht von einer Ersatzschallquelle entlang der Schienenachse in 30 cm Höhe über Schienenoberkante aus und verwendet zur Berechnung der Abschirmwirkung das Regelwerk ISO 9613-2. Diese Vereinfachung ist für typische Wandgeometrien ausreichend, führt aber bei gleisnahen und niedrigen Abschirmkanten zu hohen Unsicherheiten beider Erstellung von Schallimmissionskarten oder der Festlegung von Schallschutzmaßnahmen. Desweiteren gibt die aktuelle Normung keine Hinweise, wie Bahnsteigdächer, in ihrer Funktion als horizontale Schirme, die Schallausbreitung beeinflussen und wie diese in Schallausbreitungsrechnungen zu berücksichtigen wären. Die aktuelle Normung enthält auch keine Information bezüglich der Schallreduktion im Bahnsteigbereich durch Bahnsteigdächer mit schallabsorbierenden Verkleidungen sowie in weitere Folge die erzielbare Wirkung auf Anrainerpunkte in der Nähe von Bahnstationen. Ziel des Forschungsprojektes ist daher die Entwicklung eines Ingenieurverfahrens zur Modellierung der Wirkungen von gleisnahen Abschirmkanten und Bahnsteigdächern basierend auf messtechnischen Erhebungen und Simulationen. Die Projektergebnisse behalten sinngemäß eine detaillierte Übersicht über nationale und internationale Publikationen zur Thematik, die Überprüfung der Kompatibilität mit aktuellen nationalen Vorschriften, sowie die messtechnische Erhebung der Abschirmwirkung von Bahnsteigkanten und Bahnsteigdächer. Durch den Einsatz von Randelementsimulationen und mathematischen Modellen wird ein Ingenieurverfahren zur Modellierung von reflektierenden und schallabsorbierenden Bahnsteigkanten und Bahndächern entwickelt. Anschließend wird die Validierung des entwickelten Verfahrens durch den Einsatz von Beispielberechnungen durchgeführt, wobei die Wirkung von Bahnsteigkanten und Bahndächern aufAnrainerpunkte in der Nähe von Bahnstationen speziell untersucht wird.

zurück