Verkehrsinfrastruktur, VIF2013

ACUMET

Analyse und Berücksichtigung des Einflusses der Meteorologie auf die Schallausbreitung von Bahn- und Straßenverkehrslärm

Meteorologische Bedingungen beeinflussen die Schallausbreitung in der Atmosphäre. Mit Hilfe eines umfangreichen Literaturstudiums und experimentellen Methoden werden die Einflussparameter quantifizierbar dargestellt. Für die praktische Anwendung bei der Messung und Berechnung von Immissionen durch Bahn- und Straßenverkehrslärm werden nachvollziehbare Mess- und Korrekturmethoden, kompatibel zu den österreichischen und europäischen Regelwerken, entwickelt.

Meteorologische Bedingungen beeinflussen die Schallausbreitung in der Atmosphäre. Abhängig von Windrichtung- und Windgeschwindigkeit in Relation zur Schallausbreitungs-richtung, sowie der Lufttemperaturschichtung in vertikaler Höhe ergeben sich günstige, neutrale und ungünstige Schallausbreitungsbedingungen. Die in Österreich dem Stand der Technik entsprechenden Rechenverfahren zur Immissionsberechnung von Bahn- und Straßenverkehrslärm berücksichtigen die günstige Schallausbreitungs-bedingung. Schallpegelmessungen können prinzipiell in beliebigen Bedingungen durchgeführt werden. Damit ergeben sich, neben einer Vielzahl von Messunsicherheiten, je nach vorliegender meteorologischer Situation grobe Abweichungen beim Vergleich von berechneten mit gemessenen Ergebnissen. Dies ergibt einerseits die Notwendigkeit, die Schallausbreitungs-bedingung während der Messung aufgrund von erhebbaren meteorologischen Parametern zu klassifizieren. Damit kann zusätzlich zueinem Messergebnis die Schallausbreitungssituation angegeben werden bzw. der Zeitpunkt einer Messung aufgrund prognostizierter meteorologischer Daten festgesetzt werden. Andererseits sollen die Abweichungen, sowie die Schwankungen des Schalldruckpegels vom Standardwert bei schallausbreitungsgünstiger Situation abgeschätzt werden.

Das Konsortium dieses Forschungsförderungsantrags umfasst alle österreichischen Experten mit nachgewiesenen und international publizierten Erfahrungen auf dem Gebiet der Schallausbreitungsklassifizierung aufgrund meteorologischer Bedingungen. Geplant sind konkrete experimentelle Methoden mit Langzeit und Kurzzeitmessungen zur Korrelation von Schallpegelvariationen mit meteorologischen Parametern. Der Ansatz unterscheidet Methoden für den Entfernungsbereich bis 400 m und von 400 m bis 2000 m. Damit sollen für den jeweiligen Entfernungsbereich die im Sinne von Kosten/Nutzen Betrachtungen am besten geeigneten meteorologischen Messverfahren für zukünftige Regelwerke vorgeschlagen werden. Essentiell ist die Gegenüberstellung von Unsicherheiten und der praktischen Anwendbarkeit von Mess- und Korrekturmethoden.

Ein wesentlicher Bestandteil dieses Projektes ist neben der Berücksichtigung österreichischer Regelwerke die Inkludierung der gegenwärtig erstellten harmonisierten europäischen Regelwerke des Anhangs 2 der EU Umgebungslärmrichtlinie.

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