Personenmobilität, MdZ 4. Ausschreibung (2014)

ACTIV8!

Aktive Mobilität effizient fördern

In ACTIV8! werden strategische Planungswerkzeuge zur effizienten Förderung aktiver Mobilität für lokale und überregionale Akteure entwickelt. Projektziel von ACTIV8! ist (1) die Entwicklung eines mathematisch-statistischen Modells, das die Wirkung räumlicher, sozialer und infrastruktureller Faktoren auf den Anteil aktiver Mobilität (Fußverkehr, Fahrradverkehr) untersucht, quantifiziert und erklärt. Darauf aufbauend besteht ein weiteres Ziel des Projekts darin, (2) gebiets- und zielgruppenspezifische Maßnahmenbündel und Strategien für eine effiziente und nachhaltige Förderung aktiver Mobilität abzuleiten. (3) Die Entwicklung der Planungstools Maßnahmensimulation und interregionales Benchmarking komplettieren das Set der im Projekt entwickelten Planungswerkzeuge. Im Laufe des Projekts werden Möglichkeiten zur Integration der Methode in derzeitige Planungsprozesse entwickelt.

Derzeit werden Maßnahmen zur Förderung aktiver Mobilität (zu Fuß gehen, Radfahren, etc.) in erster Linie punktuell aus Einzelinitiativen und Einzelplanungen heraus gesetzt. Unklare Wirkungszusammenhänge zwischen der Bedeutung aktiver Mobilität und ihren jeweiligen Voraussetzungen (Treiber und Barrieren) bedingen neben föderalen Unstimmigkeiten jedoch auch Effizienzdefizite (Mitteleinsatz, Akzeptanz) in der Politik- und Maßnahmenformulierung sowie in der Planungspraxis. Eine stärker wissensbasierte Vorgangsweise kann hier deutliche Verbesserungen bringen (‚Maßgeschneiderte Lösungen anstatt starrer Patentrezepte‘). Die Idee unseres Forschungsprojekts ist es, eine ganzheitliche Betrachtung der aktiven Mobilität vorzunehmen und ausgehend von der Summe der jeweiligen Gegebenheiten vor Ort spezifische und erfolgsversprechende Maßnahmenbündel abzuleiten.

Projektziel von ACTIV8! ist (1) die Entwicklung eines mathematisch statistischen Modells, das die Wirkung räumlicher, sozialer und infrastruktureller Faktoren auf den Anteil aktiver Mobilität (Fußverkehr, Fahrradverkehr) auf Gemeinde- und Regionsebene untersucht, erklärt und quantifiziert. Als erste Ergebnisse werden übertragbare Werkzeuge und Methoden zur Aufbereitung von Indikatoren des räumlichen, sozialen, politischen und infrastrukturellen Kontexts sowie zur Aufbereitung von Mobilitätskennzahlen zur Messung aktiver Mobilität geschaffen. Auf Basis dessen werden geeignete quantitative multivariate Methoden zur Bestimmung der Wirkungszusammenhänge untersucht und getestet. Eine deskriptive Beschreibung von Schnittstellen und Komponenten zur Aktualisierung und Verfeinerung der Datenbasis werden dabei ebenso erarbeitet.

Darauf aufbauend besteht ein weiteres Ziel des Projekts darin, (2) geeignete Methoden zur Ableitung gebiets- und zielgruppenspezifischer Maßnahmenbündel und Strategien für eine effiziente und nachhaltige Förderung aktiver Mobilität abzuleiten. Ein erstes Ergebnis zur Erreichung dieses Ziels stellt eine Sammlung generischer Maßnahmen dar. Gebiets- und zielgruppenspezifische Maßnahmen werden in weiterer Folge durch die Gewichtung der generischen Maßnahmen auf Basis der Modellergebnisse des Wirkungsmodells abgeleitet und getestet.

(3) Auf der Grundlage von (1) und (2) entwickelt ACTIV8! die Planungstools Maßnahmensimulation und interregionales/interkommunales Benchmarking zur Bestimmung räumlicher Potentiale aktiver Mobilität sind zusätzliche Projektziele und - ergebnisse. Dazu werden Methoden zu Simulation und Benchmarking auf Basis der Modellergebnisse erarbeitet und getestet.

Die Leistungsfähigkeit des Ansatzes wird generell mit der Anwendung in österreichischen Testgebieten demonstriert. In der engeren Auswahl stehen beispielsweise Gebiete in Vorarlberg (Gemeinden des regionalen Mobilitätsmanagements "plan-B", Feldkirch, Bregenz). Dazu wurden bereits Gespräche mit potentiellen Anwendern/Betreibern geführt
(siehe LOI’s). Die Auswahl von Testgebieten wird jedoch auch durch die Ergebnisse des
Wirkungsmodells determiniert. Im Projekt werden Möglichkeiten zur Integration der Methode in derzeitige Planungsprozesse unter Einbindung des Begleitforums entwickelt. Gerade im Kontext aktiver Mobilität ist BürgerInnenbeteiligung ein wesentlicher Bestandteil der Maßnahmenbewertung, zur Entwicklung tragfähiger Lösungen und zur Verbesserung der Akzeptanz neuer Angebote. Eine Ergebnisdimension des ACTIV8! Toolsets besteht darin, Aussagen über gebietsspezifische Relevanz und Ausrichtung derartiger Begleitprozesse zu treffen. So können diese Prozesse in konsistenter Form in Planungsstrategien zur aktiven Mobilität integriert werden.

Der ACTIV8! Ansatz wird im Projekt im Sinne eines Proof-of-concept (inkl. Prototyp) entwickelt. In der Folge wird die Weiterentwicklung des Tool-Sets zur Anwendungsreife durch bereits identifizierte Bedarfsträger angestrebt. Dabei spielt das Begleitforum einerseits und die Beteiligten in den Regionen anderseits eine zentrale Rolle.

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