Verkehrsinfrastruktur, MdZ 6. Ausschreibung (2015)

SAVE

Schalltechnische Verbesserung von Eisenbahnbrücken

Die schalltechnische Beurteilung von Eisenbahnbrücken sowie möglicher Maßnahmen zur Verringerung der Lärmabstrahlung wurde bisher durch verschiedene Ansätze berücksichtigt. Meist handelt es sich um unspezifische Maßnahmen zur Reduktion der Schallentstehung bzw. der Schallausbreitung, sie stellen allerdings (i.d.R.) kein allgemeineres Lösungskonzept dar. So werden fallweise am Oberbau Maßnahmen ergriffen, um die Schallentstehung bzw. den Schalleintrag in das Brückentragwerk zu verringern, sofern dies aufgrund der Bauweise möglich ist, oder aber auch, falls möglich, Abschirmmaßnahmen - wie die Errichtungvon Lärmschutzwänden - ergriffen. Mitunter werden auch Maßnahmen an der Tragwerks-konstruktion selbst vorgenommen, um die spezifischen Anregungen (z. B. von Blechen in ihren Eigenfrequenzen) zu verringern bzw. zu unterbinden.

Oft ist es nicht möglich, die einzelnen Maßnahmen im vornhinein in ihrer schalltechnischen Wirkung zu quantifizieren, da das komplexe Systemverhalten i.d.R. nicht ausreichend bekannt ist. So sind Maßnahmen, was ihre schalltechnische Wirkung betrifft, mit größeren Unsicherheiten behaftet.

Das gegenständliche Projekt soll diesem Problem durch eine Typisierung von Brücken, eine Analyse bzw. Erweiterung bestehender Ansätze zur schalltechnischen Beschreibung, als auch durch die Entwicklung eines Prognoseverfahrens für die Beurteilung von Brückenobjekten als Grundlage für ein entsprechendes Regelwerk begegnen.

Konkret bedeutet dies, dass an unterschiedlichen Brückenobjekten Messungen durchgeführt werden sollen, um die Schallentstehung, die Körperschallanregungen als auch die Schallabstrahlung besser zu verstehen. Anhand der Daten sollen finite Element Simulationen für die Bauteile der Brücken durchgeführt werden. Dadurch sollen spezifische Anregungsmechanismen besser verstanden und mögliche Maßnahmen zu deren Reduktion abgeleitet werden. Immissionsseitige Messungen sollen der Erfassung der Gesamt-abstrahlung von Brückentragwerken dienen und könnten gegebenenfalls zur Validierung des Modells herangezogen werden.

Die Ergebnisse der Messungen sowie der Simulationen sollen als Grundlage für schall-technische Prognoseverfahren (ONR 305011) im Lärmschutz dienen. Die Durchführung von Beispielberechnungen nach dem standardisierten Verfahren für die Lärmprognose liefert ihrerseits eine Grundlage für die Erstellung eines Richtlinienentwurfs zur schalltechnischen Beurteilung von Eisenbahnbrücken.

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