Personenmobilität, MdZ 6. Ausschreibung (2015)

MICHAEL

MIkro-ÖV und CarsHAring ELegant verküpfen

Sharing stellt einen innovativen Weg für zur Bewältigung von Wegen dar, der zunehmend an Beliebtheit gewinnt. Gerade im ländlichen Raum ist das Verkehrsangebot sehr einseitig. Das Mobil-sein ohne eigenen Pkw stellt durch das oft mangelnde ÖPNV-Angebot und die geringe Dichte an Versorgungseinrichtungen eine Herausforderung dar. Share Economy wird als Wachstumsbranche gehandelt, ermöglicht einerseits durch die rasante Digitalisierung (durch Internet und Smartphone ist ein sekundenschnelles Matching zwischen AnbieterIn und NachfragerIn möglich) und andererseits durch den Wertewandel in der Gesellschaft hin zum Teilen statt Besitzen.

Ziel des Projektes ist die Mobilitätssicherung in ländlichen und dispersen Räumen durch eine Verknüpfung von Car- und Ridesharing-Angeboten, wodurch bis jetzt benachteiligte Personen in ihrer flexiblen und eigenständigen Mobilität gestärkt werden sollen. Während Carsharing Angebote im ländlichen Raum durchaus schon etabliert sind, fehlt es an Angeboten für Personen ohne Fahrberechtigung. Auch in den Projektpartner-Gemeinden Seekirchen am Wallersee und Gaubitsch ist Carsharing bereits vorhanden, eine Ausweitung mittels Ridesharing zu einem Bottom-up Mikro-ÖV könnte diese Lücke füllen.

Im Fokus des Projektes steht die Verknüpfung von sozialer Innovation und technischer Integration. Soziale Innovation als Veränderung sozialer Praktiken soll erreicht werden durch die Aktivierung von NutzerInnen, die gemeinsame Diskussion mit NutzerInnen über Bedürfnisse, Motivationen und Anforderungen an das Mobilitätsangebot, den Aufbau bzw. die Erweiterung der Community und Stärkung des nachbarschaftlichen Zusammenhalts, die Schaffung von Anreizen auf Basis eines Belohnungssystems und die gezielte Bewerbung des neuen Mobilitätsangebots in den Gemeinden. Im Rahmen der technische Integration steht die Schaffung eines nutzerInnen-gerechten Reservierungs-/Buchungssystems, eines Reputationssystems zur Stärkung des Vertrauens zwischen FahrerIn und MitfahrerIn, eines Kommunikationssystems und gegebenenfalls eines Belohnungssystem im Mittelpunkt.

Methodische Innovation wird durch den Living Lab Ansatz gewährleistet. Durch Co-Creation wird bewusst ein partizipativer Zugang zu Forschung und Entwicklung gewählt. In Co-Creation-Workshops wird über direktes Abfragen von NutzerInnenbedürfnissen, Motiven, Mobilitätsverhalten und Anforderungen an das Car- und Ridesharing Angebot ein interaktives und reflexives Entwickeln des Angebotes gemeinsam mit den NutzerInnen gewährleistet. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen im Bereich integriertes Sharing wird als Ergebnis ein integriertes Car- und Ridesharing System für die beiden Gemeinden angestrebt.

Das Projekt stellt eine neuartige Integration der Angebote Peer2Peer Carsharing und Ridesharing (Bottom-up Mikro-ÖV) unter Berücksichtigung von Mobilitätsbedürfnissen und Anforderungen der NutzerInnen dar. Durch die gezielte Schaffung von Möglichkeiten zur Nutzung von Synergien kann das Mobilitätsangebot in ländlichen Räumen verbessert und Ressourcen gespart werden.

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