ways2go, 3. Ausschreibung (2010)

ways2gether

Zielgruppenspezifischer Einsatz von Augmented Reality und Web 2.0 in partizipativen Verkehrsplanungsprozessen

Ways2gether stellt die Verringerung von Kommunikations- und Zugangsbarrieren in partizipativen Planungsprozessen durch ein spezifisch angepasstes Tool-Set, basierend auf Visualisierungstechniken durch Augmented-Reality-Anwendungen (AR) und interaktive Web 2.0-Tools in den Mittelpunkt. Hiermit lassen sich Planungsräume 3-dimensional darstellen und spielerisch verändern – sowohl online als auch vor Ort.

Neue Kommunikations- und Visualisierungs-Technologien stärken die demokratische Mitbestimmung, welche es auch für partizipative Prozesse in der Verkehrsplanung zu nutzen gilt. Handlungsbedarf besteht hinsichtlich der Weiterentwicklung der klassischen Methoden der Partizipation durch a) neue Herausforderungen, ausgelöst durch gesellschaftliche Entwicklungstrends, b) Gewährleistung der sozialen Inklusivität durch den Abbau bzw. die Verringerung von bestehenden Barrieren und c) die Eröffnungen neuer technologischer Möglichkeiten und sich hieraus ergebender neuer Perspektiven für die Gestaltung von partizipativen Planungsprozessen.

Im Vorfeld des Projektes wurden folgende zentrale Lücken/ Probleme in der Partizipation identifiziert: a) mangelndes dreidimensionales Vorstellungsvermögen, b) das sich-Hineindenken-Können in bestimmte NutzerInnenbedürfnisse (Kinder, Personen mit speziellen Mobilitätsanforderungen), c) fehlende Einbindung bestimmter Gruppen (zum Beispiel einkommensschwache und bildungsferne Gruppen, Menschen mit Betreuungs-pflichten, Frauen).

Ziel des Projektes ist es, diese Lücken in den Planungs- und Beteiligungsprozessen der Zukunft durch ein innovatives, auf Augmented Reality-Anwendungen und interaktiven Web 2.0-Anwendungen beruhendes, Tool-Set zu schließen. Mit diesem Werkzeug lassen sich Planungsräume 3-dimensional und realitätsnah darstellen und verändern. Es dient als Kommunikationsmedium in partizipativen Planungsprozessen. Auf einem wissenschaftlich fundierten sozio-kulturell-ökonomischen Unterbau werden in ways2gether erste Bausteine beziehungsweise Systemkomponenten geschaffen. Menschen soll es ermöglicht werden, mit einem interaktiven Baukastensystem im Internet selbst zu planen – dabei sollen interessierte Einzelpersonen genauso wie Planer und ganze Arbeitsgruppen tätig werden können. Die Ergebnisse der online-Planung werden gespeichert und können in weiterer Folge mittels Web 2.0 mit Kommentaren versehen und bewertet werden.

Die Innovation in ways2gether ist, dass die entstandenen Modelle von der virtuellen in die reale Welt gebracht werden. Mit entsprechenden mobilen Endgeräten und bestehender AR Software können die Ergebnisse an den realen beplanten Plätzen begutachtet werden.

Das Entwicklungsrisiko liegt in der Akzeptanz der zukünftigen NutzerInnen. In einzelnen Leitfällen in städtischem und ländlichem Gebiet und in unterschiedlichen Planungs- und Beteiligungsphasen werden die Komponenten durch Testläufe mit den End-NutzerInnen validiert.

Die Ergebnisse des Projektes sollen zukünftig prototypisch ausgereift werden. Das Marktpotential liegt in Software-Derivaten zur Nutzung durch die öffentliche Hand in verkehrlichen Planungs- und Entwicklungsprojekten, in Planungs- und Kommunikationsbüros und in der Stadtteil- und Gemeinwesenarbeit. Im Projektmanagement wurde darauf durch das fachlich breite Konsortium und die LOI-GeberInnen Bedacht genommen. Die potentiellen AnwenderInnen werden über die Ergebnisse durch die Einbindung in das Projekt, durch ein ExpertInnenpanel und über die Disseminierungstätigkeiten informiert.
Das begleitende ExpertInnenpanel wird zur Gewährleistung der Integrierbarkeit in vorhandene Planungssoftware, zur Innovationsunterstützung in die bestehende Partizipations-Kultur und als Reflexionsebene für das Projekt eingerichtet.

Das ways2gether-Tool-Set leistet einen Beitrag zu effizienteren Beteiligungsprozessen, zu transparenteren Entscheidungsprozessen, und die Planungs- und Baukultur gewinnt neue Impulse durch die verstärkte Berücksichtigung der AlltagsexpertInnen vor Ort. Damit wird ein gesamt-gesellschaftlich relevanter Beitrag zur Forcierung der Entwicklung der Wissensgesellschaft geleistet und eine Themen- und Wissensführerschaft auf dem Gebiet der modernen Partizipation mit großer internationaler Sichtbarkeit evoziert.

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