ways2go, 3. Ausschreibung (2010)

MyITS

Mein persönliches intelligentes Mobilitätsservice

Routenplaner und ähnliche Mobilitätsservices können derzeit nicht gezielt an die Bedürfnisse spezifischer Zielgruppen, wie etwa Eltern oder ältere Menschen, angepasst werden. In MyITS wird daher erstmals ein modular personalisierbares Konzept (für Web / mobile Geräte) mit Semantic-Web-Konzepten (die eine bedürfnisorientierte Suche erlauben) sowie einem intelligenten, selbstlernenden Empfehlungs-Algorithmus entwickelt. Der Prototyp wird einem Usability Test unterzogen.

Wie unter anderem das derzeit noch laufende Forschungsprojekt ITSworks belegt, sind die Anforderungen und Wünsche an die Nutzung von Mobilitätsservices extrem heterogen und können mit einem universellen starren Produkt wie beispielsweise einer klassischen Website, die Routenplanungsservices anbietet, nicht befriedigend bedient werden.
Aufbauend auf der von ITS Vienna Region entwickelten Verkehrsservice-Website
www.AnachB.at (Routenplaner, Verkehrslage), die seit Sommer 2010 auch als iPhone-App verfügbar ist, entwickelt MyITS daher ein modulares, individuell konfigurierbares und personalisierbares Webkonzept (Bsp.: www.bbc.com, www.igoogle.com), das bisher im Verkehrsbereich noch nicht realisiert wurde. Dadurch können unterschiedliche Zielgruppen (wie z.B. ältere Menschen oder Familien mit Kleinkindern) diese Mobilitätsservices an ihre spezifischen Bedürfnisse anpassen.
Aktuelle Routenplanungs-Services sind wegen ihres sehr „technischen“ Zugangs (Start-Ziel-Eingabe, Optionen) für einen an menschlichen Grundbedürfnissen orientierten Dialog nur bedingt geeignet. Mit MyITS soll daher die nächste Evolutionsstufe des Web (Web 3.0) auf ein Mobilitätsservice angewendet werden: das Semantic-Web-Konzept beschäftigt sich zusätzlich zur klassischen Start-Ziel-Suche (realisiert bei AnachB.at) mit einer bedürfnisorientierten Suche (z.B. „Ich möchte in 10 Minuten Gehdistanz von meiner Wohnadresse vegetarisch essen gehen und bin Nichtraucher“), orientiert sich so am menschlichen Dialog und integriert Social Networks (z.B. Facebook). Dieser Schritt wurde bisher noch bei keinem Mobilitätsservice realisiert – hier betritt MyITS Neuland.
Noch einen Schritt weiter geht die Idee eines intelligenten Empfehlungsalgorithmus, der aufgrund des NutzerInnen-Verhaltens oder einer bestimmten Nutzergruppe die individuellen Perspektiven erweitert. Ein integriertes Rückmeldesystem hilft dem persönlichen Empfehlungsalgorithmus beim Lernen (z.B. erkennt das System aus dem bisherigen Verhalten Einschränkungen beim Gehen und gibt den TIPP: „Wenn dich auch Nichtraucher-Cafes mit barrierefreiem Zugang in deiner Umgebung interessieren, klicke bitte hier…“).
Zusammengefasst wollen die Partner im Projekt MyITS also bis 2012 erstmals für
Mobilitätsservices folgendes entwickeln:
• ein modulares, personalisierbares und integriertes Konzept für Web und mobile Geräte
• ein Semantic-Web-Konzept (bedürfnisorientierte Suche, Integration von Social Networks, am Menschen orientierter Dialog)
• einen intelligenten, selbstlernenden Empfehlungs-Algorithmus inkl. Rückmeldesystem, aufbauend auf einer innovativen Verknüpfung von mixed- und cross-nested Logit Modellen.
Auf Basis dieses Konzepts und dem AnachB.at-Routing wird ein konkreter präsentierbarer Prototyp entwickelt, der in einer Testphase von rund 60 Testpersonen auf seine stadtteilbezogene Usability überprüft wird. Damit werden die Voraussetzungen für eine zukünftige Anwendung in neuen Stadtentwicklungsgebieten geschaffen.
Entsprechend der ways2go-Ziele kann das neu zu entwickelnde Mobilitätsservice ein wichtiger Faktor für eine sichere, barrierefreie und sozialverträgliche Mobilität werden – insbesondere die Nahmobilität bzw. die nichtmotoriserten Verkehrsarten werden besonders berücksichtigt. Das Projekt MyITS trägt durch technologische Innovation und multidisziplinäre Zusammenarbeit dazu bei, dass Verkehrsservices optimiert werden.
Dadurch werden Rahmenbedingungen dafür geschaffen, dass verkehrs-, umwelt- und raumordnungspolitische Ziele erreicht und die Standortqualität verbessert werden kann. Das hochkarätige und vielschichtige Projektkonsortium konnte mit Herold Business Data GmbH und Wien 3420 Aspern Development AG optimale Datenpartner gewinnen (LOI). Die ITS World2012 bietet in der Schlussphase des Projekts eine optimale Präsentations- und Diskussionsplattform für den Prototyp.

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