ways2go, 1. Ausschreibung (2008)

JUGLEIST

Gruppenspezifische Leistbarkeit und Präferenz von Verkehrsmitteln

Es soll anhand der Zielgruppe Jugendlicher, die die Entscheidungsträger von morgen sind, aufgezeigt werden, welche Argumentationen und Maßnahmen geeignet sind, die
Handlungsalternativen im Mobilitätsbereich, unter der Berücksichtigung der Leistbarkeit, auf umweltgerechtere Mobilitätsformen zu lenken.

Projektidee
In der Zielgruppe der Jugendlichen soll, unter Berücksichtigung ihrer verschiedenartigen Bedürfnisse und Neigungen, aufgezeigt werden, ob und wie sie auf alternative Mobilitätsformen - im Kontext der subjektiven Leistbarkeit - sensibilisiert werden kann.

Ausgangslage
· Die Fakten belegen eine starke Zunahme des Individualverkehrs, sowohl im Berufs- als auch im Freizeitverkehr. Das Verhältnis Kosteneinsatz zu erhaltener Leistung wird beim öffentlichen Verkehr, der nur die Beförderung umfasst, immer noch ungünstiger erlebt, als die objektiv teurere Fahrt mit dem PKW.
· Das Segment der Jugendlichen nutzt oftmals öffentliche Verkehrsmittel und genießt als Schüler auch zumeist die Freifahrt (kostenlose Beförderung). Der Erlebniswert des PKW/Motorrad/Moped (Individualtransportmittels) und die starke emotionale Bindung an diese Verkehrsmittel lassen den subjektiven Nutzen dieser jedoch deutlich höher erscheinen als jenen der öffentlichen Verkehrsmittel.
· Aufgrund der vorliegenden Daten, reichen die derzeitigen Anreize nicht aus, um langfristig ein positives Verhältnis zum ÖV aufzubauen.

Ziele
· Stärkung des ÖV bei Jugendlichen
Gerade im Mobilitätsbereich erscheint es sinnvoll bei Jugendlichen anzusetzen, da sich Einstellungen in dieser Lebensphase verfestigen und schwer revidierbar sind. Neue technologische Ansätze wie beispielsweise SMS-Fahrschein, SMS-Kombiticket (Fahrschein und Parkgebühr), Handyinfo über Fahrpläne/Routenberatung/Preise, sollen auf ihre Attraktivität überprüft werden.
· Identifizierung von Mobilitätstypen unter Berücksichtigung der Leistbarkeit
Leistbarkeit muss vor allem im Kontext der Wertigkeit von Lebensbereichen betrachtet werden. Jugendlichen ist die Unabhängigkeit, die sie durch ein individuelles Fahrzeug erhalten, extrem wichtig. Der Spaßfaktor, der durch die virtuelle Welt im Zuge von Autorennen und anderen Spielen animiert wird, steht im Zentrum.
· Entwicklung neuer Angebote im kombinierten Verkehr
Ausgehend von der hohen Wertigkeit des Individualtransportes bei Jugendlichen scheint es zielführend die Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu stärken. Als Zubringer zu Bus/Bahn/S-Bahn und ständig verfügbar in Form eines Huckepacktransports können beide Transportvarianten vereint werden.
· Kontextbezogene Lösungsstrategien entwerfen
Der unterschiedlichen Bedürfnislage von Jugendlichen im urbanen Raum mit guter öffentlicher Netzabdeckung und in ländlichen Randgebieten ist Rechnung zu tragen. Die Leistbarkeit muss hier in einem anderen Kontext betrachtet werden.

Konzeption
· Jugendworkshop, Qualitative Ausgangslagenbetrachtung, Online-Chatroom
· Empirische Untersuchung 1. Teil: Tagebuchbetrachtung mit Mobilitätstypologie
· Empirische Untersuchung 2. Teil: Telefonbefragung inklusive Conjoint-Betrachtung

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