ways2go, 1. Ausschreibung (2008)

Bus Stop 3.0

Bus Stop 3.0 – ÖV-Haltestellen als multifunktionale Zentren innovativer Stadt- und Regionalentwicklung

„Bus Stop 3.0" entwickelt Perspektiven für die Erweiterung der stadträumlichen Funktionalitäten von ÖPNV-Haltestellen, die durch Technologie-Nutzung (wieder) multifunktionale Treffpunkte, Interaktions-, Informations- und Nahversorgungsorte werden sollen. Die "Grätzel-Zentrums-Funktion" der Haltestelle soll Akzeptanz und Nutzung des ÖPNV erhöhen. Voraussetzungen, An- und Herausforderungen werden im Rahmen eines "Living-Lab-Settings" untersucht.

Der wachsende Verkehr in Ballungsräumen kann in Zukunft nur durch eine weitere Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs bewältigt werden. Neben transparenteren Tarifsystemen und mehr Wettbewerb zwischen privaten und öffentlichen Verkehrsträgern sind es technologische Entwicklungen, die die Anforderungen an schnellere, sichere und flexible Mobilität unterstützen. Dabei wird der Blick nicht nur auf die Adaption der Verkehrsmittel und auf die Erweiterung der Grundausstattung einer Haltestelle gerichtet, sondern auch auf die Erweiterung der Grundfunktionen von Haltestellen: Wie und in welcher Form können z. B. Informationen beitragen, mobil schwächere Gesellschaftsschichten (z. B. gehbehinderte Menschen) für die Nutzung des öffentlichen Verkehrs zu motivieren bzw. die Attraktivität solcher Haltestellen für dessen Nutzung zu erhöhen? Als Voraussetzung dafür ist die Entwicklung eines „Bus Stop 3.0“ als Kommunikationsstandort und barrierefreier Treffpunkt sozialer Interaktionen wichtig, unterstützt durch WLAN Technologien, um sich auf Basis eingehender Nutzungsuntersuchungen auch als potenzielle Nahversorgungsstätte zu entwickeln. Die Haltestelle als kommunikativer, innovativer Treffpunkt und entscheidender Anreiz für die Nutzung des ÖPNV steht somit im Mittelpunkt des Forschungsinteresses. Ausgehend von einer Ist-Analyse der Nutzung und Ausstattung der ÖV-Haltestellen werden deren tatsächliche und potenzielle Bedeutung untersucht. Welche Anforderungen stellen ÖVBenutzer aller Altersschichten sowie nicht bzw. körperlich beeinträchtigte Nutzer an Haltestellen? Dabei werden vor allem erweiterte Funktionen des „Bus Stop 3.0“ erörtert, die auf eine Identifikation der Nachbarschaft mit der Haltestelle als Kommunikationsstandort mit Nahversorgungspotenzial und WLAN-Zugang abzielen. Zur Validierung der Untersuchungen werden internationale Best-Practice-Beispiele herangezogen. Für die Szenarienentwicklung wird die Stadt Schwechat als Standort und Living Lab fungieren, auch im Hinblick auf die theoretische Einbeziehung eines möglichen Prototyps einer intelligenten Haltestelle. Die Studie dokumentiert abschließend Maßnahmen auf nationaler Ebene, wie ein innovativer „Bus Stop 3.0“ gestaltet werden kann, um den Grund- und erweiterten Funktionen gerecht zu werden und sich den sozialen, demographischen und ökonomischen Veränderungen anpassen zu können. Als mittelfristiges Ziel wird die Einbindung in bestehende Verkehrskonzepte und damit der nachhaltige Beitrag zur erhöhten Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs angestrebt.

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