Personenmobilität, MdZ 2. Ausschreibung (2013)

SOMOBIL

Serviceverbesserung des Öffentlichen Verkehrs auf mobilitätsorientierter Basis

Auf der Grundlage von Floating-Phone-Daten und ergänzenden Mobilitätserhebungen werden nutzerInnengerechte Planungen für den Öffentlichen Verkehr erstellt. Eine Methodik zur Analyse der Verkehrsbeziehungen wird für Anwendungen in regional abgegrenzten Gebieten entwickelt. Die Verkehrsmodellierung der Verkehrsabläufe ermöglicht neue, auf individuelle Anforderungen bezogene, Lösungskonzepte zur Serviceverbesserung.

Die nutzerInnengerechte Planung des Öffentlichen Verkehrs in Regionen ist eine wesentliche Anforderung, um eine entsprechende Erschließungsqualität und Attraktivität bei sich ändernden Rahmenbedingungen zu erreichen. Derzeit sind verkehrsmittelbezogene Daten wie Quell-/Zielbeziehungen oder wunschlinien in regional abgegrenzten Gebieten nicht im ausreichenden Maße bekannt. Bedarfsgerechte Planungen im Öffentlichen Verkehr erfordern jedoch ein zunehmend flexibles Angebot, das nur auf Basis dieser Eingangsdaten sinnvoll erarbeitet werden kann. Zu diesem Zweck werden Mobilfunkdaten (Floating-Phone-Daten) als flächendeckende Grundlage verwendet, wodurch unter vertretbarem wirtschaftlichem Aufwand die Analyse großräumiger Verkehrsbeziehungen ermöglicht wird. Ziel des Vor- habens ist, auf der Basis dieser Floating-Phone-Daten in Abstimmung mit weiteren verfügbaren Verkehrs- und Mobilitätsdaten eine Methode zu entwickeln, die eine nutzerInnen- gerechte Erarbeitung von Planungslösungen für den Öffentlichen Verkehr in einem definierten Untersuchungsgebiet ermöglicht. Die bisher gewonnen Erkenntnisse und Methodik aus den Projekten VERMOBIL und ROADCELL werden für die Aufgabenstellung des Verkehrs in regionalen Gebieten erweitert und Verkehrsbeziehungen der NutzerInnen des öffentlichen Verkehrs analysiert. Zusätzliche Erhebungen und Befragungen dienen vor allem zur Qualitätsabstimmung vorhandener Datengrundlagen.

Das Projekt wird durch einen Arbeitskreis mit interessierten Stellen der Landesregierung und Verkehrsverbünden begleitet (siehe Letter of Intent). Die unterschiedlichen Datengrundlagen werden fusioniert und bestehende Verkehrsabläufe mit Hilfe eines Verkehrsmodells dargestellt. Dies ermöglicht unter anderem Verkehrsbeziehungen der unterschiedlichen Verkehrsträger. Wesentliche Aufgabe ist dabei die Erarbeitung der Algorithmen für die Identifikation der Fahrgäste des Öffentlichen Verkehrs mit den Floating-Phone-Daten. Mit diesen Daten werden entsprechend den Verkehrsanforderungen (differenziert nach Verkehrszeiten und Nutzergruppen) Planungslösungen erarbeitet. Verkehrsmodellierungen werden für mindestens drei unterschiedliche Szenarien durchgeführt, bei denen Verkehrsverlagerungen auf den Öffentlichen Verkehr auf Basis konkreter Maßnahmenvorschläge modelliert werden. Damit wird das Umstiegspotenzial für den Öffentlichen Verkehr errechnet. Weitere Vorteile mit diesem Planungsprozess ergeben sich beispielsweise hinsichtlich der Reisezeitenoptimierung bzw. in wirtschaftlicher Hinsicht. Die Planungslösungen werden mit den Akteuren des Arbeitskreises diskutiert. Zusätzlich werden Vorschläge für Planungen des Öffentlichen Verkehrs auf der Grundlage von Floating-Phone-Daten sowie für die Durchführung von Verkehrsmodellierungen erarbeitet. Die Methode, aufgrund der großräumigen Verfügbarkeit von Floating-Phone-Daten Lösungen für den öffentlichen Verkehr zu erstellen, bietet große Chancen, um unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit den Öffentlichen Verkehr in Regionen zu verbessern.

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