Personenmobilität, MdZ 2. Ausschreibung (2013)

MobilityEqualizer

Raumtypen der Mobilitätsnachfrage zur Realisierung gleichberechtigter und
bedarfsgerechter Mobilitätsmöglichkeiten

Im Projekt MobilityEqualizer wird ein innovatives, räumliches Planungstool entwickelt, das die ÖV-Angebotsqualität darstellt, auf Defizite hinweist und gleichzeitig raumtypen- und nutzerspezifische Mobilitätslösungen aufzeigt. Somit wird ein nachfrageorientiertes Monitoring von Mindeststandards im öffentlichen Verkehr ermöglicht und eine Grundlage für die bedarfsgerechte Maßnahmenplanung einer gleichberechtigten Mobilität geschaffen.

Aus den unterschiedlichsten Gründen sind in Österreich viele Personen in ihrer Mobilität beeinträchtigt. Durch gesellschaftliche Veränderungen und künftige Entwicklungen verstärkt sich diese Problematik: Für immer mehr Menschen stellt der öffentliche Verkehr die Mobilitätsgarantie dar, die eine Teilhabe am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben ermöglicht. Es fehlen jedoch die entsprechenden Planungsgrundlagen und -instrumente, die das Ziel einer gleichberechtigen Mobilität durch eine bedarfsorientierte ÖV-Angebotsbewertung und Maßnahmenplanung unterstützen.

Das Projekt MobilityEqualizer setzt sich zum Ziel, durch die Entwicklung innovativer Planungswerkzeuge einen Beitrag zur Erhöhung der Chancengleichheit im Mobilitätsbereich zu leisten. Aufbauend auf themenrelevanten Vorprojekten werden unter besonderer Berücksichtigung Mobilitätseingeschränkter Personen nach unterschiedlichen Zielgruppen bzw. Lebensphasen Nutzeranforderungen an den öffentlichen Verkehr und alternative Mobilitätsangebote in unterschiedlichen Raumtypen spezifiziert. Eine flächenhafte Abgrenzung von Raumtypen als neue Betrachtungsebene wird durch die Entwicklung von Indikatoren zu nachfragerelevanten Themen wie Einwohner, Bevölkerungsentwicklung, Pendler, Versorgungsinfrastruktur etc. erreicht. Anknüpfend an die in vorangegangenen ways2go Projekten entwickelten Ansätzen und unter Nutzung neuer Technologien und Daten wie etwa der Verkehrsauskunft Österreich, wird das derzeitige ÖV-Angebot kleinräumig automatisiert ermittelt und bewertet. Als Ist-Situation wird dieses den derzeit in einer österreichweiten Arbeitsgruppe entstehenden ÖV-Mindeststandards (Soll-Situation) gegenübergestellt. Verknüpft mit den zu erarbeitenden raumtypen- und nutzerspezifischen Anforderungen und Maßnahmen werden die Ergebnisse in Form eines interaktiven, webbasierten Planungstools den künftigen Anwendern (Zielgruppe: Verkehrsplanung, Verkehrsunternehmen, Raumplanung, Politikberatung) zugänglich gemacht.
Eine Evaluierung der Projektergebnisse wird einerseits partizipativ - durch sozial- wissenschaftliche Methoden wie etwa Fokusgruppeninterviews mit betroffenen NutzerInnen in ausgewählten Raumtypen mit Handlungsbedarf – und andererseits durch eine Analyse der wirtschaftlichen Verwertbarkeit durchgeführt. Ein laufender Abstimmungsprozess mit der Arbeits-gruppe „Bundesweite ÖV-Standards für Österreich“ sowie mit den fünf LoI-Partnern des Projekts (Salzburger Verkehrsverbund GmbH, Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain GmbH, Land Salzburg Raumplanung, Land Salzburg Verkehrsplanung, Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH) soll die künftige Anwendung des Planungstools und eine Nutzung der Projektergebnisse als nachfrageorientierte Erweiterung der entstehenden ÖV-Mindeststandards sichern.

Die Projektbausteine werden in einem zu definierenden Testgebiet im Raum des Salzburger Vekehrsverbundes pilothaft umgesetzt, wobei durch die Verwendung österreichweit einheitlicher Daten und Schnittstellen eine Übertragbarkeit auf andere Räume gegeben ist. MobilityEqualizer gibt Planern und Entscheidungsträgern im Mobilitätsbereich ein innovatives Werkzeug an die Hand, das ein nachfrageorientiertes Monitoring von ÖV-Standards sowie die bedarfsgerechte Maßnahmenplanung im erweiterten öffentlichen Verkehr ermöglicht. Durch die kleinräumige Darstellung der ÖV-Qualität und die Verknüpfung der erarbeiteten Projektbausteine auf Ebene der Raumtypen entsteht parallel zu und in gegenseitigem Austausch mit den bundesweiten ÖV-Standards eine transparente Planungsgrundlage, die beispielweise auf eingeschränkte Erreichbarkeiten im Raum hinweist, gleichzeitig raumtypen- und nutzerspezifische Mobilitätslösungen aufzeigt und somit das Ziel einer gleichberechtigten Mobilität vorantreibt.

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