Personenmobilität, MdZ 4. Ausschreibung (2014)

BIKEALYZE

Evaluierung von Methoden zur Analyse der Interaktion von RadfahrerInnen mit ihrer Umgebung

Das Projekt BIKEALYZE evaluiert die Methoden (1) Mobile Eye Tracking, (2) GPS- und Sensor-basierte Bewegungsdatenaufzeichnung sowie (3) Videoaufzeichnung für die Analyse der Interaktion von RadfahrerInnen mit ihrer Umgebung im Rahmen einer Naturalistic Cycling-Studie. Entlang von zwei standardisierten sowie weiteren frei wählbaren Testrouten in Salzburg und Wien werden sicherheitsrelevante Ereignisse von insgesamt 24 RadfahrerInnen erhoben und (semi-)automatisch auf die digitale Radinfrastruktur (GIP) referenziert.

Die Ergebnisse des Projekts (1) bewerten die unterschiedlichen Methoden nach Durchführ-barkeit und Nutzen, (2) identifizieren und bewerten sicherheitsrelevante Ereignisse in Relation zur Radinfrastruktur, (3) schlagen Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit von RadfahrerInnen vor und (4) definieren Standards für die Durchführung von Naturalistic Cycling-Studien in Österreich.

Radfahrstudien unter natürlichen Fahrbedingungen (Naturalistic Cycling Studies) haben sich in den letzten Jahren international als vielversprechende wissenschaftliche Methode erwiesen, um die Interaktion von RadfahrerInnen mit ihrer Umgebung zu analysieren. In Österreich wurden solche Studien bisher nicht durchgeführt.Aufgrund der Neuartigkeit der Methode gilt nach wie vor als offene Fragestellung, mit welchen Datenerfassungsmethoden sich welche Erkenntnisse mit welchem Nutzen bzw. Aufwand ableiten lassen. Im Projekt BIKEALYZE werden die Methoden (1) Mobile Eye Tracking (Videoaufzeichnung mit Blickanalyse), (2) GPS-basierte Bewegungsdatenerfassung, die um Beschleunigungs- und Lenkrichtungsdaten ergänzt wird und (3) Videodatenaufzeichnung evaluiert. Anhand von jeweils zwei Experimenten in Salzburg und Wien werden Naturalistic Cycling-Daten von 24 RadfahrerInnenn erfasst und im Hinblick auf sicherheitsrelevante Ereignisse (z.B. Beinahe-Kollisionen, Vorrang-Missachtungen, abruptes Bremsen, abruptes Ausweichen) teilweise automatisiert (Bewegungsdaten) sowie teilweise manuell (Mobile Eye Tracking und Videodaten) ausgewertet. Das erste Experiment erfolgt entlang von jeweils einer standardisierten Testroutein den beiden Städten, die von den Testpersonen mit ihrem Fahrrad abgefahren werden muss. Dabei erfolgt die Aufzeichnung von hochauflösenden Bewegungsdaten sowie Mobile Eye Tracking-Daten.

Das zweite Experiment wird jeweils eine Woche lang im Sommer, Herbst und Winter durchgeführt, wobei die Testpersonen gebeten werden ihre Bewegungsdaten sowie die Videodaten während ihrer täglichen Radfahrten aufzuzeichnen. Die Routenwahl erfolgt dabei frei, wobei Schlüsselstellen definiert werden, die nach Möglichkeit passiert werden sollen. Die sicherheitsrelevanten Ereignisse werden kategorisiert sowie auf die digitale Radinfrastruktur (GIP) referenziert und im Kontext dieser Radinfrastruktur bewertet.

Die Projektergebnisse tragen zur Identifikation und Bewertung von sicherheitsrelevanten Ereignissen in Relation zur Radinfrastruktur bei. Auf Basis dieser Ereignisse werden Maßnahmen vorgeschlagen, wie die Verkehrssicherheit beim Radfahren durch eine Verbesserung der Nutzbarkeit sowie Zugänglichkeit der Radinfrastruktur erzielt werden kann. Gleichzeitig sollen die Projektergebnisse dazu beitragen, die unterschiedlichen Methoden nach Durchführbarkeit sowie Erkenntnisgewinn zu bewerten, sodass zukünftige Studien darauf aufbauen können. Vor allem für die im Radfahrbereich international noch wenig erprobte Methode Mobile Eye Tracking sollen klare Aussagen zu Aufwand und Nutzen abgeleitet werden. Darüber hinaus soll BIKEALYZE als erste Naturalistic Cycling-Studiein Österreich auch dazu beitragen, die Standards für die Durchführung von weiteren Studien zu definieren, sowohl im Hinblick auf den Einsatz der Erfassungsmethoden, aber auch im Hinblick auf die Analyse und Interpretation der Daten. Vor allem auch die Referenzierung der Ereignisse auf eine amtliche digitale

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