Urbane Mobilitätslabore, Sondierung Urbaner Mobilitätslabore

Mlab_tei+tau

Mobilitätslabor teilen+tauschen Stadtregion Bruck-Kapfenberg-Leoben

Mit dem (urban) living lab teilen+tauschen in Bruck, Kapfenberg und Leoben soll der zunehmende Trend des Teilens und Tauschens aufgenommen, analysiert und für innovative Mobilitätslösungen in der strukturschwachen Region genutzt werden. Mit transdisziplinären Mobilisierungs- und Prozesssteuerungs-Verfahren soll es gelingen, die heterogenen Erwartungen der wohnenden und arbeitenden Bevölkerung aufzunehmen und sie zur Grundlage der Arbeit zu machen.

Teilen und Tauschen sind zwei aufeinander bezogene, wachsende Bereiche. Die Ursachen sind zum einen gesellschaftliche Veränderungen der Rahmenbedingungen und der Werte und zum anderen erleichtern technologische Mittel die Kommunikation mit vielen PartnerInnen. Teilen und Tauschen bietet auch das Potenzial zu nachhaltigeren Formen der Mobilität, weil auf diese Weise weniger oder kleiner dimensionierte Verkehrsanlagen und weniger Fahr-zeuge benötigt werden, in Städten der ruhende Verkehr weniger Raum einnimmt und in der ländlichen Peripherie individuelle Mobilität erst sicher stellt.

Doch die veränderten Rahmenbedingungen führen nicht notwendigerweise zu nachhaltigeren Mobilitätsmustern, denn sowohl die Multimodalität kann durch die Hinzunahme des MIV gesteigert werden, als auch der bequeme und recht kostengünstige Zugriff auf ein am Straßenrand stehenden car-sharing-Pkw können hier kontra-produktiv sein. Wie die Ver-gangenheit gezeigt hat, haben Zeit- und Kosteneinsparungen im Mobilitätsangebot auch in erheblichen Teilen zu einem rebound-Effekt geführt.

Mit den (urban) living labs ist vor ca. zehn Jahren – neben anderen Zielen wie Produkt-verbesserung – eine Möglichkeit entstanden, das Verhalten in unterschiedlichen sozialräumlichen Situationen zu beeinflussen. Living labs – so die These – bieten eine gute Möglichkeit, auf nicht-nachhaltige Formen der Mobilität hinzuweisen, sie zu hinterfragen, gegenüber den eingefahrenen Mobilitäts-Routinen Alternativen anzubieten und dabei das kreative Potenzial der Alltagsmenschen zu nutzen. Das Ergebnis dieser Sondierung ist eine roadmap, welche – von den lokalen und regionalen Bedingungen ausgehend – die gemeinsam in mobilisierenden und prozesssteuernden Verfahren erarbeiteten Ziele verbesserter und nachhaltigerer Mobilität benennt, gewichtet und Strategien zu ihrer Umsetzung vorschlägt.

Ein living lab in der Hochsteiermark einzurichten und dabei die Zusammenarbeit von drei Stadtgemeinden (Bruck, Kapfenberg und Leoben) zu stärken, ist ein weiterer Pluspunkt von teilen+tauschen, womit vor allem der Wettbewerbsfähigkeit der Region gegenüber dem boomenden Graz gesichert werden soll. Es ist das Ziel, innovative Verkehrskonzepte sowohl im Personen- als auch im Wirtschafts- und Güterverkehr zu entwickeln. Diese setzen beim Teilen und Tauschen an und bieten den BewohnerInnen vielfältige Vorteile (untereinander, gegenüber den Unternehmen und gegenüber der Verwaltung). Im Güter- und Wirtschafts-verkehr beginnen gegenwärtig erst die Überlegungen zu effizienteren und effektiven Strategien des Teilens, was zum einen den Zugang zur Mobilität verbessert und zum anderen zu flexibleren und kostengünstigeren Logistik-Lösungen führt.

Darüber hinaus trägt die Stärkung der Mentalität des Teilens dazu bei, dass Wirtschafts-kooperationen in der Region neu entstehen und dadurch die lokale und regionale Verflechtung mit vor- und nachgelagerten Funktionen gestärkt und intensiviert wird.

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