Urbane Mobilitätslabore, Sondierung Urbaner Mobilitätslabore

IMOLA-ZOÖ

Industriemobilitätslabor - Zentralraum OÖ

Entsprechend der industriell geprägten Mobilität im Zentralraum OÖ liegt der Fokus auf der Beweglichkeit von Personen und auch Gütern. IMOLA-ZOÖ adressiert Industriemobilität die jene Verkehrsströme, die vor allem durch wirtschaftliches Handeln induziert werden. Dies sind im Personenverkehr beispielsweise der Berufsverkehr,Dienst- und Geschäftsreisen als auch Kunden- und Besucherverkehr. Im Bereich des Güterverkehrs wird vor allem der Zuliefer-, Produktions- und Auslieferverkehr inklusive Entsorgung beschrieben. Demnach adressiert das vorliegende Sondierungsprojekt in erster Linie Personen- und Gütermobilität, ergänzt durch transitionsorientierte Zugänge, die u.a. themenfeldübergreifende Schwerpunkt-setzungen ermöglichen – hier: Energie, Informations- und Kommunikationstechnologien sowie soziale Innovationen. Um entsprechende Strukturen zur Erkennung von Werten und Einstellungen der AkteurInnen im offenen Mobilitätslabor implementieren zu können, ist die Entwicklung einer „Living Lab Methodologie“ notwendig.

Im folgenden Antrag wird eine geografische Fokussierung auf den Zentralraum OÖ erfolgen,
der sehr stark durch eine industriell geprägte Landschaft charakterisiert ist. Für die Problematik rund um das Thema Verkehr & Mobilität sollten daher vor allem auch Unter-nehmen Sorge tragen, da diese zum Großteil für die Verursachung des motorisierten Individualverkehrs verantwortlich sind. Dabei ist in OÖ, bezüglich der Verkehrsmittelwahl zwischen 2001 und 2012, eine Zunahme des motorisierten Individualverkehrs (MIV) und eine Abnahme des Umweltverbundes (Öffentlicher Verkehr, zu Fuß gehen, Radfahren) ermittelt worden. Umgekehrt bedeutet ein hoher Autofahreranteil für die Unternehmen, dass Ressourcen zur Verfügung gestellt werden müssen, um entsprechende Kapazitäten (vorwiegend Parkraum) für die PendlerInnen bereitzustellen. 140.500 der 196.000 Wege
nach Linz werden beispielsweise mit privaten Kraftfahrzeugen durchgeführt (Anteil 72 %).
Rund 77.500 Wege dienen für die Reise zur Arbeit.

Durch die Verknüpfung der Themenschwerpunkte von Personen- und Gütermobilität und die Maximierung der Synergien in einer innovationsförderlichen Umgebung, stellt das Sondierungsprojekt IMOLA-ZOÖ einen ganzheitlichen, in Österreich einmaligen Ansatz dar. Eine Vielfalt inhaltlicher Schwerpunkte ergibt sich daraus, dass sowohl Schwerpunktthemen der Industriemobilität als auch des Individualverkehrs angesprochen werden. Die Disziplin Logistik sollte dabei als Benchmark für Verbesserungsprozesse im Personenmobilitätsbereich dienen. Dabei sind generell zwei Szenarien zu beachten, i) Personen- und Gütermobilitäts-themen werden von Seiten der Stakeholder in der Region (Stadt, Land, Mobilitätsanbieter, EndnutzerInnen) eingebracht, ii) Personen- und Gütermobilitätsthemen werden von Seiten der Unternehmen eingebracht. Folgende Aufzählung repräsentiert beispielhafte Vorab-überlegungen zu relevanten Themen auf Basis der zugesagten LOI-Partnerschaften:

- Feedbacksysteme von EndnutzerInnen (z.B.: im Öffentlichen Verkehr durch Weiterentwicklung der ÖffiFeedbackApp – entwickelt von evolaris)
- Integrierte Produktangebote zur Kombination von Car Sharing und ÖV (IBIOLA)
- e-mobility in Linz und Wels (LINZ STROM GmbH sowie Wels Strom)
- Entwicklung neuer Antriebs- und Fahrzeugtechnologien (A3PS)
- Mobilitätskonzepte für Unternehmen (Borealis, BMW Steyr)
- Analyse von Verkehrsträgern im Bereich City Logistik und Gütertransport (FH Steyr,
Stadt Linz)
- uvm.

Die Unterstützung von IMOLA-ZOÖ durch 12 österreichische LOI Partner aus den
Bereichen Verkehr, Industrie, Verwaltung sowie Interessensvertretungen (Verein Netzwerk
Logistik und Industriellenvereinigung OÖ) zeigen das hohe Entwicklungspotential für eine
innovative Forschungsstruktur in OÖ. Zusätzlich wird das Konsortium durch das European
Network of Living Labs (ENoLL) mittels Best Practice Beispielen bzw. mit der Expertise im
Aufbau und Management von Living Labs unterstützt.

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