Gütermobilität, MdZ 5. Ausschreibung (2014)

Q4

Quattromodale Knoten– Forschungs- und Praxisrelevanz für den Güterverkehr

Die Verknüpfung von vier Verkehrsträgern (Wasser, Schiene, Straße und Luft) zu multimodalen Transportketten ist derzeit noch ein Randthema mit vielen Unbekannten. „Q4“ widmet sich dieser Wissenslücke, wird den Beitrag quattromodaler Güterverkehrsknoten zu einem ökonomisch, ökologisch und gesellschaftlich nachhaltigen Güterverkehrssystem untersuchen sowie etwaige Fragen für nachfolgende F&E-Programme/Projekte ableiten.

Ausgangslage:
Verkehrspolitische Strategiepapiere greifen im Zusammenhang mit der Verkehrsmittelwahl im Güterverkehr den Begriff „Multimodalität“ auf und fordern eine verkehrsträgerübergreifende Transportorganisation. Bisherige Studien im Güterverkehr konzentrieren sich dabei zumeist auf bi-, teilweise auf tri-, jedoch kaum auf quattromodale Verkehre. Die Idee des quat-tromodalen Knotens besteht in der technologischen und/oder organisatorischen Integration der vier Verkehrsträger Wasser, Schiene, Straße und Luft. Ein funktionierendes multimodales Verkehrssystem fußt nicht nur auf der Berücksichtigung von Akteursinteressen, vielmehr bedarf es auch eines technologischen und/oder organisatorischen Bindeglieds, mit dem spezielle Aspekte der Verkehrsträgerkombination in das System eingebracht werden. Während die einzelnen Aspekte der vier Verkehrsträger bereits intensiv erforscht wurden, verblieb der Forschungsstand zu Aspekten der Verkehrsträgerkombination auf trimodaler Ebene. Insbesondere für die Integration des Verkehrsträgers Luft in die multimodale Transportplanungexistieren bis dato keine wissenschaftlichen Arbeiten oder belastbare Aussagen/ Erfahrungswerte.

Projektidee:
Die Sondierung „Q4“ widmet sich dieser Wissenslücke und wird den Beitrag quattromodaler Güterverkehrsknoten zu einem ökonomisch, ökologisch und gesellschaftlich nachhaltigen Güterverkehrssystem untersuchen. Aufgrund der fehlende Forschungen bzw. publizierten Erfahrungswerte ist es schwer abzuschätzen, welche Potentiale der quattromodale Güterverkehrsknoten prinzipiell bzw. in konkreten Regionen birgt und was es braucht, um diese zu erschließen. Es kann jedoch vermutet werden, dass eine Erweiterung der Transportoptionen an einem technisch und/oder organisatorisch optimierten Knoten generell Nachfrageimpulse und Synergien für umweltfreundliche Verkehrsträger schaffen/nutzbar machen kann. Insbesondere potentiell verlagerbare Transporte und Synchronisierungen/ Kooperationen zur Schaffung von logistischen Rückfallebenen könnten das bestehende Güterverkehrsgeschehen positiv beeinflussen (z.B. durch Erhöhung der Resilienz) und damit in Summe eine Optimierung der Güterströme auf dem jeweils optimalen Verkehrsmittel bewirken.

Erwartete Ergebnisse:
„Q4“ wird erstmalig die Auswirkungen quattromodaler Güterverkehrsknoten auf den Wirtschaftsstandort Österreich am Beispiel der Metropolregion Wien und dem Zentralraum Linz- Wels-Steyr untersuchen. Für die Identifizierung der Auswirkungen, hervorgerufen durch die Integration der Luftfracht in das Güterverkehrssystem, wird nach Rahmenbedingungen (beispielsweise durch den Staat), begünstigenden und erschwerenden Faktoren für bzw. nach Externalitäten durch quattromodale Güterverkehrsknoten unterschieden. Damit werden sowohl Potentiale als auch Grenzen auf Organisations-/Akteursebene aufgezeigt, Gründe für eventuelle Umsetzungshürden und Ansätze zur Überwindung dieser Hürden erarbeitet als auch ökonomische, ökologische, gesellschaftliche sowie genderrelevante Fragen für künftige F&E-Programme/Projekte identifiziert.

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