Automatisiertes Fahren, MdZ 6. Ausschreibung (2015)

AUTO-NOM

Analyse, Evaluierung und Anforderungen an innovative Anwendungen von autonomen Fahrzeugen aus verkehrspolitischer Sicht

Ausgangssituation
Technologische Innovation und digitale Vernetzung im Bereich des autonomen Fahrens eröffnen zahlreiche neue Anwendungsoptionen, die bis vor
kurzem undenkbar erschienen. Die Triebfeder dieser Entwicklung liegt primär im
betriebswirtschaftlichen Industrieinteresse. Gesellschaftliche und gesamtwirtschaftliche
Interessen, wie die Reduktion von Schadstoffemissionen, die Reduktion der Treibhaus-
gase oder die Sicherung von Arbeitsplätzen im Transportgewerbe, spielen dabei so gut wie keine Rolle. Die politischen Entscheidungsträger und der Gesetzgeber greifen diese Aspekte meist erst auf, wenn in die Technologie bereits massiv investiert wurde, diese
kurz vor der Marktreife steht oder ein großer Druck auf die Politik entstanden ist. Es besteht das Risiko, dass sich autonomes Fahren abgekoppelt von verkehrspolitischen Zielen und gesellschaftlichen Auswirkungen entwickelt. Deshalb ist es notwendig, verkehrspolitische Interessen vorausschauend und parallel zur technologischen Entwicklung zu verfolgen. Dies hat Vorteile für die Technologieentwickler und für die verkehrspolitische Entwicklung.

Ziel und Innovation
Das Projekt AUTO-NOM zielt darauf ab, die Veränderung des Verkehrsverhaltens und die damit bedingten verkehrspolitisch relevanten Auswirkungen für die vielfältigen Möglich-
keiten des autonomen Fahrens (Level 3 bis 5 lt. SAE-Standard) aufzuzeigen. Das Ergebnis soll den verkehrspolitischen Entscheidungsträgern eine Grundlage liefern, die notwendigen Maßnahmen im verkehrspolitischen Interesse Österreichs anzupassen. Dies soll zu einem volkswirtschaftlich optimierten Transformationsprozess führen, sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene. Das ist derzeit nicht der Fall. Es ist wichtig, den Themenbereich autonomes Fahren aus gesellschaftspolitischer Sicht gesamtheitlich zu betrachten und Entscheidungsgrundlagen im öffentlichen Interesse offen zu legen.

Ergebnisse
Mit dem Projekt AUTO-NOM werden mögliche Mobilitätsveränderungen durch autonomes Fahren (Level 3 bis 5 lt. SAE-Standard) abgeschätzt. Hierfür werden die Potentiale und neue Services, die durch autonomes Fahren entstehen können, identifiziert. Diese werden auf ihre Auswirkungen im Mobilitätsverhalten (Modalsplit, Verkehrsleistungen etc.) untersucht. Dies erfolgt mittels Verkehrsnachfragemodellierung. Die Ergebnisse werden auf drei räumliche Einheiten (Land, Bundesland, Stadt) angewendet. Parallel dazu erfolgt eine Analyse der relevanten rechtlichen Rahmenbedingungen. Zusätzlich werden die Zeiträume erhoben, in denen die einzelnen Stufen des autonomen Fahrens realisierbar sind. Eine Rückkoppelung erfolgt mittels eines mehrstufigen Delphi-Verfahrens, in dem nationale und internationale Verkehrs- und RechtsexpertInnen, aber auch relevante Stakeholder befragt werden. Die Ergebnisse werden mit den verkehrspolitischen Zielsetzungen Österreichs (Gesamtverkehrsplan etc.) verglichen und eine Auflistung notwendiger verkehrlicher Maßnahmen zur Anpassung der Infrastruktur wird erstellt. Hiermit soll nicht zuletzt die internationale Wettbewerbsfähigkeit Österreichs sowie die Anschlussfähigkeit an aktuelle und zukünftige technische Innovationen sichergestellt werden.

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