Personenmobilität, MdZ 6. Ausschreibung (2015)

DeMo

Mobilitätsbezogene Bedarfslagen von Demenzerkrankten, Betreuenden und Angehörigen

Ausgangssituation

Die Zahl der Demenzerkrankten - dem aktuellen Österreichischen Demenzbericht zufolge waren es 64.307 Personen im Jahr 2013 - wird internationalen Studien zufolge weiter zunehmen. Im Kontext des demographischen Wandels wird dieser Trend künftig für erhebliche Herausforderungen sorgen. Neben der Möglichkeit, dass Bewegungsförderung auch im Alltag (etwa durch zu Fuß gehen) einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität des Demenzerkrankten haben kann, stellt auch die möglichst lange Erhaltung der eigenständigen Mobilität von betroffenen Personen (Verhinderung einer Isolation und Entlastung von Angehörigen/Betreuenden) ein anzustrebendes Ziel dar.

Innovationsgehalt

Die DeMo-Studie rückt dabei erstmals in Österreich die Verkehrsteilnahme von Menschen mit Demenz in den Fokus. Dies erscheint erforderlich, da jegliche Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilitätssituation der Betroffenen ohne belastbarer Wissensgrundlage zu Mobilitätsverhalten, -bedürfnissen und -hemmnissen auf „wackligen Füßen“ stehen würden. Daher erforscht das interdisziplinäre DeMo-Konsortium aus Verkehr, Soziologie und Gesundheit körperlich-kognitive Mobilitätsbarrieren von Demenzerkrankten. Neben den mobilitätsbezogenen Bedarfslagen der Demenzerkrankten, die direkten Einfluss auf die Mobilität der Erkrankten haben, werden auch die Sorgen sowie Bedürfnisse der Angehörigen/Betreuenden erstmals in Hinblick auf die alltägliche, eigenständige Mobilität der Erkrankten erfasst. Diese indirekt auf die Mobilität von Menschen mit Demenz einflussnehmenden Personen spielen eine wesentliche Rolle für die regelmäßigen Aktivitäten, die soziale Teilhabe sowie das Selbstwertgefühl und folglich auch für eine psychologisch gefestigten Konstitution der Erkrankten.

Angestrebte Ergebnisse

Die DeMo-Studie widmet sich auf Basis eines qualitativen Forschungsdesigns ExpertInnen im Bereich Demenzbetreuung (und -behandlung), Angehörigen/Betreuenden sowie noch eigenständig mobilen Demenzerkrankten. Neben Befragungen von ExpertInnen und Angehörigen/Betreuenden, werden biographisch-narrative Interviews und Wegbegehungen mit Demenzerkrankten durchgeführt. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der sozialen Inklusion der Zielgruppe sowie der Berücksichtigung ethischer Aspekte entsprechend dem Meta-Code of Ethics der European Federation of Psychologists‘ Association.

Die DeMo-Studie wird eine Grundlage für die Mobilitäts- und Sozialforschung in Form eines Handbuchs erarbeiten, die für spätere technologie-gestützte und innovative Mobilitätslösungen und -konzepte zur Integration der Zielgruppe in das Verkehrssystem zur Verfügung steht.

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