Personenmobilität, MdZ 6. Ausschreibung (2015)

mobilTIMES

Konzepte für eine multifunktionale Nutzung des Mobilitäts-Zeitbudgets

mobilTIMES überlegt anwendungsorientierte Lösungen zur mehrdimensionalen und damit verbesserten Nutzung des inhärent vorhandenen Mobilitäts-Zeitbudgets. Dazu wird das Thema "Multitasking" interdisziplinär und umfassend beleuchtet. Anhand von Zeittagebüchern, vertiefenden empirischen Erhebungen und einem explorativen Feldtest (Design, Ausstattung, kommunales und betriebliches Mobilitätsmanagement etc.) werden gemeinsam mit ÖV-Betreibern, Unternehmen und Gemeinde konkrete Umsetzungsstrategien und Konzepte entwickelt, um durch attraktive Multitasking-Designs und -Angebote einenUmstieg zum ÖV attraktiv zu machen.

Individuelle Multitasking Strategien lassen eine eindeutige Zuordnung ausschließlicher „Mobilitätszeit“ nicht mehr zu. Durch technologische Entwicklungen im Sektor der Informations- und Kommunikationstechnologie (Handy, Laptop, Tablet, ...) bekommt die synchrone Nutzung der Mobilitätszeiten mit anderen Aktivitäten eine besonders aktuelle Bedeutung. De facto können durch die Angabe von "nutzbarer" Zeit eine andere Reihung und damit Entscheidungsgrundlagen geschaffen werden, die den Vorteilen der Zeitverwendung im ÖV Rechnung tragen. Weitere aktuelle Relevanz erhält das Thema in Hinblick auf gegenwärtige Entwicklungen, wie zum Beispiel autonom fahrende Fahrzeuge möglichst bald auf den Markt zu bringen, oder das ansteigende "Sicherheitsrisiko" durch Zeitnutzung im motorisierten Individualverkehr (Telefonieren, SMS, Internet, etc.).

Um einen Umstieg auf nachhaltigere Mobilitätsformen zu erreichen gilt es, individuelle Motivlagen und Präferenzen zu durchleuchten, die im Hintergrund Bewusstseins- und Entscheidungsprozesse steuern. Mobilitätsverhalten folgt weder nach Alter, Herkunft oder Einkommen klaren Mustern, sondern sehr heterogenen Pfaden. Einer zunehmend stärkeren Ausdifferenzierung von Lebensstilen, arbeitszeitlich immer komplexeren Anforderungen aus dem Beschäftigungssystem und individuellen Mobilitätstypen steht eine immer breitere Palette an unterschiedlichen Mobilitätsangeboten gegenüber.

mobilTIMES orientiert sich an dem Schwerpunkt "Mobilität als Dienstleistung im gesamtsystemischen Kontext", indem die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel durch angepasste Angebote und Services als (Zeit-) gewinnbringende Alternative ermöglicht wird. Mit unterschiedlichen methodischen Zugängen (Literatur- und Datenanalyse, empirische Erhebung, Raum/Infrastrukturanalysen) werden Konzepte entwickelt, um durch attraktive Multitasking-Designs und -Angebote einen Umstieg - fokussiert auf den täglichen "Berufsverkehr" - zum ÖV attraktiv zu machen.

Konkrete Ergebnisse und Arbeitsschritte

-) (Multifunktions-)Mobilitäts-ZEIT Analysen anhand der Zeitverwendungsdaten (ZVE)-Daten 2008/2009
-) Sozial-Empirische NutzerInnenerhebung: Rahmenbedingungen, Anforderungen und Eignung multifunktionaler Mobilitätsangebote
-) Raum- / Infrastruktur Analysen: Evaluation und Kriterien der Verkehrsräume und Infrastruktur, in ausgewählten Modellregionen (Wiener Umland Südteil / suburbane wachsende Region / PendlerInnenanteil <50km – Steiermark / ländlich schrumpfende Region / PendlerInnenanteil > 50km )
-) Explorativer Feldtest: i.S. einer Feedbackschleife zur Umsetzung und Anwendung in / mit ÖV-Anbietern und Unternehmen (betriebliches Mobilitätsmanagement)
-) Umsetzungspotenziale, Konzepte für Multitasking-Designs und -Angebote im ÖV (KATALOG: Anforderungen, Kriterien und Ideen für multifunktionale Designs und Angebote im ÖV; Kommunales- und betriebliches Mobilitätsmanagement).

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