Verkehrsinfrastruktur, VIF2015

StilvA

Studie für eine innovative, lärm- und verschleißarme Bremsung am Abrollberg

In der Produktion und Betriebsdurchführung des Güterverkehrs und insbesondere des Einzelwagenverkehrs sind Verschubbahnhöfe eine wesentliche Komponente. Zur Erfüllung der Hauptaufgabe, dem Auflösen und Zusammenstellen von Zügen (Zugbildung), ist unter anderem ein Ablauf- bzw. Abrollberg notwendig. Eine wesentliche Anlage innerhalb dieser sogenannten Ablaufanlage ist die Bremseinrichtung, oft auch als Gleisbremse bezeichnet. Bestehende Technologien zur Abbremsung frei rollender Wagen sind zwar bewährt, weisen aber Nachteile wie unter anderem aufwändige Wartung und Instandhaltung (z.B. durch Verschleißoder aufgrund notwendiger Hydraulikanlagen), hohe Lärmemissionen oder eine fehlende Automatisierungsmöglichkeit auf. Ziel des Projekts ist es daher, im Sinne einer Machbarkeitsstudie neue Lösungen zu finden, mit denen ein wirtschaftliches, lärm- und verschleißarmes Abbremsen möglich ist.
Mithilfe eines moderierten Innovationsprozess sollen zunächst auf abstrakter Ebene Ideen gesammelt und skizziert werden. Dieser ergebnisoffene Ansatz führt dazu, dass auch Technologien und Methoden untersucht werden, die selbst noch innovativ sind, und deren Anwendung im Bereich Bahn, oder sogar überhaupt im Bericht der angewandten Technik, nochwenig bis gar keine Verwendung finden.
Diese Ideen werden anhand definierter Kriterien (LCC, Automatisierbarkeit, Integration in bestehende Anlagen, Verschleiß, Lärmemissionen,...) gemeinsam mit dem Auftraggeber bewertet. Danach liegt eine Variante vor, deren Umsetzung am vielversprechendsten erscheint. Zur Bewertung soll unter anderem ein Simulationstool zur Berechnung des Verhaltens eines Güterwagens am Abrollberg eingesetzt werden, welches ander FH St. Pölten entwickelt wurde. Mit der vorgegebenen Soll-Auflaufgeschwindigkeit&lt,= 1,25 m/sec. aus der Ausschreibung und den Daten zum Fahrzeug und der Infrastruktur, inklusive sonstiger Einflussfaktoren (z.B. Windgeschwindigkeit) können die notwendigen physikalischen Größen für die Bremsung errechnet werden (Kraft, Länge,...).
Diese Variante wird vertieft ausgearbeitet und in Abstimmung mit dem Auftraggeber entweder in einer fundierten Simulation untersucht oder in einem Test (Feldtest/Labortest) praktisch erprobt und validiert. Als Ergebnis liegen ausgearbeitete Szenarien inklusive funktionaler Beschreibung für die tatsachliche Umsetzung vor. Mit diesen ist es möglich dem Auftraggeber eine fundierte Basis für eine anschließende Ausschreibung zur Installation einer Anlage beziehungsweise eines Prototyps zu geben.

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