Personenmobilität, MdZ 6. Ausschreibung (2015)

REBOUND

Dynamik und Prävention von Rebound-Effekten bei Mobilitätsinnovationen

Rebound-Effekte gefährden das Erreichen von Energie- und Klimazielen, wenn Verbrauchseinsparungen infolge effizienterer Mobilitätsdienstleistungen durch verändertes Nutzerverhalten (über-)kompensiert werden. REBOUND entwickelt daher eine Wissensgrundlage und ein Instrumentarium, wie technologische ebenso wie soziale und organisatorische Innovationen im Mobilitätsbereich vorausschauend gestaltet werden können, um Rebound-Effekte zu vermeiden.

REBOUND synthetisiert dieses Wissen und vermittelt es an Stakeholder in Verkehrs- und Technologiepolitik sowie Innovationsmanagement. REBOUND untersucht die Treiber von Rebound auf drei Querschnittsdimensionen, deren elegante Interaktion dem Auftreten von Rebound-Effekten entgegenwirken kann: (1) Innovationen, (2) Politikmaßnahmen auf nationaler und EU-Ebene sowie (3) Nutzerverhalten und Konsumtrends innerhalb verschiedener Zielgruppen und Marktakteure. Aufbauend auf einer Transaktions- und Handlungsanalyse individueller Mobilitätsentscheidungen werden die wesentlichen Instrumente für das proaktive Rebound-Management klassifiziert und bewertet. Dabei wird speziell darauf eingegangen, ob der Rebound-Effekt direkt (erhöhte Nachfrage der jeweiligen Mobilitätsinnovation), indirekt (erhöhte Nachfrage anderer Energiedienstleistungen und Güter) oder intersektoral (erhöhte Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen im ökonomischen Gesamtsystem) auftritt.

Innerhalb der drei Querschnittsdimensionen, jeweils für Personen- und Güterverkehr, zeigen Indikatorensysteme die kritischen Bedingungen, unter denen mit einem hohen/niedrigen Rebound-Effekt zu rechnen ist. Rebound Chains vermitteln ein kompaktes Prozessverständnis, welche Handlungen welcher privaten und öffentlichen Akteure in welchem Zeitrahmen über welche indirekten/intersektoralen Wirkungsketten zu ReboundEffekten führen. Rebound Chains und Indikatorensysteme werden an mehreren repräsentativen Fallbeispielen illustriert.

Transdisziplinäre Stakeholder-Trainings validieren die praktische Nutzbarkeit der Projektergebnisse und vermitteln strategische Empfehlungen für präventives ReboundManagement. Checklisten für die Nachhaltigkeitsbewertung von Mobilitätsinnovationen ermöglichen Monitoring und Wirkungsfolgeabschätzung laufender Aktivitäten durch die Stakeholder selbst.

REBOUND mündet in Hebelpunkte für präventives Reboundmanagement in der wirkungsorientierten Verwaltung. Schlüsselstellen zeigen, wo mit punktuellen Schwerpunktsetzungen weitreichende transformative Entwicklungen eingeleitet werden können. Damit erarbeitet REBOUND Ansatzpunkte für die Ausrichtung und Förderentscheidungen zukünftiger Förderprogramme für Mobilitätsinnovationen.

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