Personenmobilität, MdZ 9.Ausschreibung (2017)

SAFiP

Systemszenarien Automatisiertes Fahren in der Personenmobilität

Die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung werden zu einer deutlichen Veränderung des Verkehrssystems, der Mobilität und der Siedlungsstrukturen in Österreich führen. Das gilt gerade für das teil- und vor allem das voll-automatisierte Fahren. In welcher Form und in welchem Ausmaß dies geschehen wird, ist jedoch noch völlig unklar. Zahlreiche Treiber und Entwicklungen, wie beispielsweise der Klimawandel, technologische und demografische Entwicklungen oder die Urbanisierung wirken hier parallel, durchdringen sich aber auch und erhöhen so die Komplexität. Gleichzeitig benötigen jedoch die Wirtschaft, öffentliche Verwaltungen und Politik einen möglichst konkreten Handlungsrahmen für den Einsatz zunehmend automatisierter Angebote für die Personen- und Gütermobilität. Dieses ist insbesondere dann wichtig, wenn der Automatisierte Verkehr (AV) die Ziele nachhaltiger Raum- und Verkehrsentwicklung unterstützen soll.

Es liegen zwar bereits Studien zur zukünftigen Entwicklung der (nationalen) Verkehrssysteme resp. zur Auswirkung des AV vor. Diese bleiben jedoch meist sehr oberflächlich und es werden die Möglichkeiten der Szenario-Methoden und der Zukunftsforschung nur bedingt ausgenutzt. Für Österreich sind solche Szenarien bisher noch nicht entwickelt worden.

Im Projekt „Systemszenarien Automatisiertes Fahren in der Personenmobilität“ (SAFiP) werden Szenarien für die Personenmobilität entwickelt, mit denen das Verkehrssystem unter Antizipation der Möglichkeiten und Entwicklungen im Bereich des automatisierten Fahrens beschrieben werden. Dies geschieht auf der Basis eines multi-methodischen Ansatzes aus verschiedenen Szenariotechniken sowie Forecasting- und Backcasting-Methoden in einem breiten und umfassenden wiederholten Dialog mit unterschiedlichen ExpertInnen und StakeholderInnen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Industrie und Zivilgesellschaft. Eine wichtige Arbeitsgrundlage bilden die im Aktionsplan „Automatisiertes Fahren“ relevanten Use-Cases. Auf Basis dieser Szenarien sollen verkehrsrelevante Wirkungsspektren abgeschätzt und quantifiziert werden. Bei der Analyse werden insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft, Raum, Mobilität und Verkehr berücksichtigt. Ziel ist es, die Erfordernisse und Notwendigkeiten für verschiedene Politikfelder (FTI-Politik, Verkehrspolitik, Raumplanung etc.) und konkrete weiterführende Maßnahmen abzuleiten. Ein besonderer Fokus liegt im Projekt auf der Bedeutung des voll-automatisierten Fahrens für den öffentlichen Verkehr, die in den Szenarien explizit berücksichtigt werden wird.

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