Personenmobilität, MdZ 9.Ausschreibung (2017)

mobalance

Moeglichkeiten einer bewussten Gestaltung von Mobilitaet durch Anwendung des Suffizienzprinzips im oesterr. Kontext

Eine Abkehr von der bisherigen Mobilitätsvision (immer bessere und schnellere Verbindungen überall und jederzeit verfügbar) hin zu einer suffizienten Vision von Mobilität (Mobilität bewusst so einsetzen, dass Raum, Energie und Umwelt gerecht genutzt und nicht überbeansprucht werden) kann einen wesentlichen Kernpunkt der Mobilitätswende darstellen. Die Einführung eines „Mobilitätskontos“, das auf einen maßvollen und bewussten Umgang mit Mobilität abzielt, könnte gravierende Auswirkungen auf die Lebensrealität der Bevölkerung haben. Dies bringt einer Reihe von wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen. Angesichts des globalen Ziels der Dekarbonisierung werden vermehrt Initiativen entwickelt, die dem Suffizienzprinzip folgen. Meist dienen diese Ansätze zur Sichtbarmachung und Bewusstseinsbildung. Es gibt kaum Beispiele für eine Umsetzung in handlungspolitische Maßnahmen. Eine Ergänzung von technologischen und planerischen Lösungen mit politischen Steuerungsmaßnahmen, die auf eine maßvolle Nutzung von Mobilität abzielen, könnte wesentlich dazu beitragen wichtige Klimaziele zu erreichen. Ziel des Projektes mobalance ist die Verwirklichung des Suffizienzprinzips in der Mobilität in der Form eines „Mobilitätskontos“ und behandelt daher vor allem folgende zwei Fragen:

• Was wären die Charakteristika eines Mobilitätskontos? (Wie würde das Mobilitätsverhalten erfasst werden? Wie könnten die Daten vor Missbrauch und Manipulation geschützt werden? Wie müssten unterschiedliche Verhaltenseinflüsse, z.B. Präferenzen, Zwänge, beim Ressourcenverbrauch bewertet werden?)
• Wie und wofür könnte ein solches Konzept umgesetzt werden? (Welche Zielsetzungen könnten mit der Einführung eines Mobilitätskontos unterstützt werden, z.B. sozial, ökologisch, ökonomisch? Welche Akteure braucht es für eine Umsetzung? Wo sind die Schnittstellen zu anderen Systemen, z.B. Energie, Raum?)

Das Sondierungsprojekt mobalance strebt eine breite Diskussion mit verschiedenen Stakeholdern zur Klärung dieser Fragen an, um die notwendigen Grundlagen für eine Umsetzung eines solchen Konzepts zu schaffen. Das Konzept eines Mobilitätskontos zielt daher sowohl auf Politik, Verwaltung und Verkehrsplanung, wie auch auf Schnittstellen zu planerischen Disziplinen wie der Raumplanung, Stadtplanung oder Energieraumplanung ab.

Dazu werden in einer Umfeldanalyse vergleichbare Ansätze und Mechanismen aus anderen Bereichen identifiziert und deren Übertragbarkeit auf Mobilität untersucht. Der Hauptschwerpunkt in mobalance liegt im Entwurf von Definitionen für Mobilitätskonten und in der Identifikation von Einsatzbereichen mit einem begleitenden Diskurs mit Akteursgruppen. Daraus werden Konzeptszenarien abgeleitet und deren Wirkungen abgeschätzt. Als Ergebnisse liegen Handlungsempfehlungen für potenzielle Umsetzungspfade vor. Ein Mobilitätskonto würde per Definition die Prioritäten für die Gestaltung unserer Lebensumwelt verschieben und wäre ein hilfreiches Werkzeug für verschiedene planerische Aufgaben wie beispielsweise ländliche Entwicklung, Siedlungsentwicklung oder der Gestaltung von öffentlichen Räumen und Straßenräumen in Städten.

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