Gütermobilität, MdZ 10. Ausschreibung (2017)

KoopHubs

Konzeption eines nachhaltigen, kooperativen, zweistufigen Distributionssystems für Kleinsendungen in der Stadt Wien

Das Volumen von Kleinsendungen in Großstädten - und folglich der gesamte Güterverkehr - werden in den nächsten Jahren stetig ansteigen. Eine vielversprechende Lösung stellen zweistufige Distributionssysteme im Rahmen der Citylogistik dar. Ein skalierbares Hub-System bestehend aus Mikro-Hubs und Grätzl-Hubs in strategischen Stadtzonen, sowie City Distribution Centers an der Stadtgrenze, ermöglicht das gesamte Sendungsaufkommen außerhalb der Stadtzone zu konsolidieren und verkehrstechnisch optimal in die Bezirke zu befördern. Durch ein engmaschiges Mikro- und Grätzl-Hub Netzwerk können flexible undvor allem emissionsarme Transportmittel eingesetzt werden und somit Emissionen und negative Auswirkungen auf die Bevölkerung verringert werden.

Wesentliche Problematik bereits beendeter Pilotprojekte in Europa war deren Beschränkung auf eine kleine Anzahl von Mikro-Hubs, mit Güterströmen nur aus einzelnen Branchen und die Einschränkung auf Lastenräder. Dadurch wird die kritische Masse an urbanen Kleinsen-dungen nicht erreicht, um von Größen- und Netzwerkeffekten zu profitieren. In der Folge waren diese Konzepte aus Wirtschaftlichkeitsgründen nicht länger umsetzbar. Des Weiteren wird in anderen Projekten die Problematik der Flächenwidmung (wichtig für Mikro- und Grätzl-Hubs) nicht untersucht. Weiteres Hindernis für die effiziente Nutzung eines Logistik-netzwerks stellt in der Regel auch die bisher mangelnde Bereitschaft von Unternehmen zur Kooperation dar. Auch rechtliche und soziale Aspekte, sowie ein fundiertes Betreiber- und Geschäftsmodell, stellen weitere bisher ungelöste Fragestellungen dar.

Aufgrund des Fehlens praxisrelevanter wissenschaftlicher Erkenntnisse, soll im Rahmen des Projektes KoopHub die Konzeption eines zweistufigen Logistikkonzepts in Form eines Funktionsnachweises auf Systemebene untersucht bzw. erbracht werden. Es soll ein innovatives und ganzheitliches City-Hub Konzept, unter Berücksichtigung verschiedener Typen von innerstädtischen Hubs und Güterströmen aus mehreren Branchen, modelliert werden. Dabei soll eine intelligente Kombination aus Lastenrädern und größeren e-Fahr-zeugen zum Einsatz kommen. Unter Berücksichtigung diverser Kooperationsmechanismen wird ein wirtschaftlich nachhaltiges Betreiber- und Geschäftsmodell konzipiert. Einige Mikro-Hubs werden zur nachhaltigen Flächenwidmung um soziale Zusatzfunktionen erweitert und somit zu Grätzl-Hubs umgestaltet. Diese fungieren als Flächenwidmungskonzept und ermöglichen die soziale Einbettung des logistischen Netzwerks in allen Bezirken.

Das Projektkonsortium plant als Hauptergebnis ein zweistufiges Logistikkonzept, evaluiert anhand einer Case Study. Das ganzheitliche Hubkonzept wird primär an Entscheidungsträger und die Politik adressiert. Die detaillierte Last-Mile Lösung für Lastenfahrräder und größere Fahrzeuge ist vor allem für Zusteller (KEP-Dienste) und Wirtschaftstreibende im städtischen Bereich interessant. Ein Betreibermodell für ein zweistufiges City-Hub Konzept wird primär für Akteure in der Lieferkette und potenzielle Betreiber entwickelt. Das Grätzl Hub Konzept hingegen wird primär aus Sicht der Lokal-Akteure (Wirtschaftstreibende und AnrainerInnen) entwickelt und evaluiert.

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