I2V, 3. Ausschreibung (2009)

iWAVE+

Integrierte Waggonversandplanung und -steuerung

In der Waggonversandplanung und –steuerung werden Entscheidungen entlang des Prozesses des Warenversandes mittels Bahn, beginnend bei der Ermittlung des Wagen-bedarfes bis zum Überstellen der Waggons in das öffentliche Schienennetz, getroffen. Diese komplexe Planung wird bisher großteils manuell durchgeführt. Im Projekt iWAVE+ wird daher ein Prototyp für die integrierte Waggonversandplanung und –steuerung entwickelt.

Der Eisenbahngüterverkehr konnte seine Verkehrsleistung in den letzten Jahren massiv steigern. Diese Entwicklung wird jedoch unter anderem dadurch gehemmt, dass die Infrastruktur in Unternehmen fehlt (z.B. keine Anschlussbahn) oder bereits vollständig ausgelastet ist und nicht mehr erweitert werden kann. Diese Unternehmen müssen dann auf den Straßengüterverkehr zurückgreifen. Um die vorhandene Infrastruktur besser nutzen zu können, bedarf es einer umfassenden Planung und Steuerung des gesamten Waggonversandprozesses in und zwischen den beteiligten Unternehmen.
Die Waggonversandplanung besteht im Wesentlichen aus vier Schritten:
• Waggonbedarfsplanung: Ermittlung der benötigten Wagen nach Anzahl, Typ und
Zeitpunkt sowie die Bestellung der Wagen beim Waggonsteller.
• Material-Waggon-Zuordnung: „Verheiratung“ von Material und Waggon.
• Ladestellenplanung: Planung der Ressourcen (Mitarbeiter, Kräne usw.) an der
Ladestelle.
• Lok-/Rangierplanung: Zuweisung von Aufgaben (Beistellen, Abziehen, Rangieren) zu Lokomotiven sowie Reihenfolgeplanung der Rangiertätigkeiten.

Diese vier Schritte werden derzeit häufig manuell oder gar nicht geplant. Der Planungsprozess wird dabei zwar teilweise durch Informationssysteme unterstützt, die Entscheidungen werden jedoch von Experten getroffen. Dies führt nicht nur zu mangelhaften Planungsergebnissen, sondern auch zu doppelter Datenerfassung oder falscher Informationsweitergabe. Folgende Aspekte erschweren die Waggonplanung und –steuerung erheblich:
• Viele Informationen treffen kurzfristig im Unternehmen ein, die Planung muss daher häufig auf Basis von Prognosen und Schätzungen erfolgen.
• Die Anzahl der Input-Daten und Planungsrestriktionen, die berücksichtigt werden
müssen, ist sehr hoch.
• Es gibt eine Vielzahl von Störereignissen (z.B. Waggon ist beschädigt), die zu
kurzfristigen Planänderungen führen.

Recherchen in einschlägigen wissenschaftlichen Zeitschriften sowie über bereits am Markt vorhandene Software im Bereich des Eisenbahngüterverkehrs zeigen, dass die Problemstellung der Waggonversandplanung nur in Teilbereichen, und damit nicht zufriedenstellend, gelöst ist. Im Zuge des Projektes iWAVE+ wird daher ein Prototyp für die integrierte und unternehmensübergreifende Waggonversandplanung und –steuerung entwickelt. Ziel des Prototyps ist die zeit- und ressourcenoptimale Planung des Waggonversandprozesses und
damit einhergehend die Reduzierung von Leer-, Steh- und Durchlaufzeiten. Dadurch wird ein Ziel von I2V, die effizientere Nutzung der vorhandenen Infrastruktur, vollinhaltlich erreicht.

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