ways2go, 2. Ausschreibung (2009)

m2k

Mobility to know for ways2go

Traditionelle österreichische Verkehrsstudien erfassen 2 Ursachenbündel für das Verkehrsverhalten: regionale Ausstattung und soziale Lage (Einkommen/Alter usw.). Die Studie erweitert dieses Vorgehen um ein neues Ursachenbündel: Die Milieuzugehörigkeit der VerkehrsteilnehmerInnen. Es wird ein innovatives quantifizierendes Analysetool entwickelt, repräsentativ getestet und schließlich mit der Wirksamkeit der beiden Faktoren verglichen.

Eine zentrale Zielsetzung der Programmlinie ways2go ist die nachhaltige Sicherung „gesellschaftlicher Mobilitätsbedürfnisse“ durch „die Forcierung umweltverträglicher Verkehrsträger und Mobilitätsformen und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.“ Dazu wird neben technischen Innovationen auch die interdisziplinäre Grundlagenforschung zum Dreiklang: Mensch-Gesellschaft- Technik in das Zentrum der Aufmerksamkeit gestellt. Daher wird mit diesem Antrag durch das systematische Einbeziehen sozialer Milieus und mobilitätsrelevanter Lebensstile auf eine verbesserte Analyse des Mobilitätsverhaltens diverser sozialer Gruppen gezielt.
Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Analyse von Zusammenhängen zwischen genderspezifischen und milieuspezifischen Besonderheiten des Mobilitätsverhaltens gelegt. Es wird zudem in einem weiteren Schritt der Zusammenhang von heterogenem Mobilitätsverhalten mit der jeweiligen Technikaffinität (insbesondere hinsichtlich der Nutzung von Informationstechnologien zur Unterstützung von Mobilität) analysiert. Die Stärke des differenzierten Blicks auf Verkehrsteilnehmende wird durch die erstmalige Anwendung der Korrespondenzanalyse in Verkehrsstudien im deutschsprachigen Raum unterstützt.
Eine weitere Innovation besteht in einer Typologie aus verkehrsspezifischer und infrastruktureller Ausstattung sowie Erreichbarkeit, mit der es möglich ist, jedem Ort in Österreich einen Wert seiner Ausstattung zuzuordnen. Der gewählte Forschungsansatz ist also in vierfacher Hinsicht innovativ:
1. Erstmalig werden in Österreich im Rahmen einer repräsentativen Untersuchung die vier zentralen „Treiber“ des Mobilitätsverhaltens (verkehrsspezifisches Angebot, Lage und Ausstattung mit Gelegenheiten, soziale Lage der AkteurInnen und soziales Milieu der AkteurInnen) erhoben und analysiert.
2. Erstmalig wird für Österreich eine Typologie der Erreichbarkeit, Ausstattung und Siedlungsdichte erstellt und flächendeckend dargestellt.
3. Test des Einflusses der Faktorenbündel und -kombinationen (aus 1.) auf zentrale Aspekte des Mobilitätsverhaltens; hierbei stehen der Milieu-Ansatz, genderspezifische Unterschiede und die Technikaffinität im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.
4. Erstmalige Nutzung der Korrespondenzanalyse, die ein Data-Fitting für multivariat definierte Personengruppen ermöglicht.
Damit wird ein Analyseansatz gewählt, der a) die Verkehrsverhaltensforschung und –planung in Österreich zu europäischer Exzellenz verhelfen kann. Zudem kann mit diesem Ansatz b) die Profilierung von Kundenanalysen und Produktangeboten des ÖV und der mobilitätsrelevanten Wirtschaft entwickelt werden (Förderung der heimischen Wirtschaft, Standortsicherung) und zudem c) die Voraussetzung dafür verbessert werden, die Einstellungen zum Mobilitätsverhalten sozialer Gruppen in nachhaltiger Zielsetzung zu beeinflussen.

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