ways2go, 3. Ausschreibung (2010)

TrafficCheck.at

Eine durch user innovation entwickelte Online-Plattform zur Bewertung von lichtsignalgeregelten Kreuzungen

In dem Projekt TrafficCheck.at wird durch user innovation eine Online-Plattform zur intuitiven Bewertung der subjektiven Verkehrssicherheit und Verkehrsqualität am Beispiel städtischer lichtsignalgeregelter Kreuzungen entwickelt. TrafficCheck.at stellt dabei einen neuen Ansatz zur Integration der Sicht von nicht motorisierten VerkehrsteilnehmerInnen in ein modernes Qualitätsmanagementsystem für Lichtsignalanlagen dar. Eine Betaversion der Online-Plattform wird für ein Versuchsgebiet in der Stadt Graz in Betrieb genommen und getestet.

Lichtsignalanlagen sind ein wesentlicher Teil städtischer Verkehrssysteme und beeinflussen maßgeblich die Verkehrssicherheit und Verkehrsqualität an Knotenpunkten. Auf Grund der komplexen Anforderungen an die Verkehrssteuerung werden von Verwaltungen vermehrt Qualitätsmanagementsysteme zur Verbesserung der Betriebssicherheit, des Verkehrsablaufs, der Verkehrssicherheit und des Umweltschutzes aufgebaut (BERNHARD J., GRAHL S. 2008 und 2009, RiLSA 2010). Dafür ist einerseits eine systematische und wiederkehrende Erfassung und Bewertung der Verkehrssituation vor Ort erforderlich, wodurch ein erheblicher laufender Aufwand entsteht. Andererseits erfolgt die Bewertung der Verkehrssituation großteils mit objektiven Kenngrößen wie beispielsweise Geschwindigkeiten, mittleren Wartezeiten und Unfallzahlen. Subjekte Wahrnehmungen und Bewertungen von VerkehrsteilnehmerInnen und gruppenspezifische Besonderheiten von beispielsweise mobilitätseingeschränkten Menschen werden nicht oder nur indirekt berücksichtigt. Gerade diese gruppenspezifischen Bewertungen könnten jedoch einen Zugewinn an Planungsqualität hin zu einem sozial verträglicheren Verkehrssystem bringen.
Mit TrafficCheck.at wird eine Online-Plattform zur intuitiven Bewertung der subjektiven Sicherheit und Verkehrsqualität an lichtsignalgeregelten Kreuzungen durch nicht motorisierte VerkehrsteilnehmerInnen entwickelt. Durch den user innovation Prozess mit VerkehrsteilnehmerInnen und Interessensvertretern erfolgt die Berücksichtigung der Bedürfnisse unterschiedlicher NutzerInnengruppen. Mit der Einbindung von Städtevertretern von Graz und Zürich in den Entwicklungsprozess werden außerdem die Anforderungen,
Wünsche und Vorstellungen der zukünftigen Betreiber und potenziellen Kunden
eingeschlossen.

Wesentliche Innovationen des Forschungsansatzes sind:
· Verwendung bisheriger Planungswerkzeuge der Verwaltungen und Kombination mit Informations- und Kommunikationstechnologie zur Schaffung einer für
Qualitätsmanagement völlig neuen Informationsplattform.
· Nutzung partizipativer Prozesse zur einfachen und kostengünstigen Erfassung
subjektiver Wahrnehmungen und Bewertungen für den Verkehrsablauf und die
Verkehrssicherheit.
· Gestaltung eines user innovation Prozesses bei der Plattformentwicklung zur optimalen Berücksichtigung der Bedürfnisse von FußgängerInnen und RadfahrerInnen sowie von unterschiedlichen Personengruppen (zB mobilitätseingeschränkte Personen).
· Erforschung der wesentlichen Grundlagen für ein fachlich sinnvolles und dennoch für VerkehrsteilnehmerInnen verständliches und nachvollziehbares Bewertungssystem für die Verkehrssicherheit und den Verkehrsablauf an städtischen Kreuzungen.
· Integration der Plattform in ein für die Verwaltungen nutzbares
Qualitätsmanagementsystem für Lichtsignalanlagen mit dem Ziel, konkrete
Verbesserungsmaßnahmen und Handlungen auf Basis der Bewertungen abzuleiten.
· Der Nutzen für Verwaltungen liegt sowohl in der neuartigen Informationsbeschaffung zum Verkehrsablauf und Verkehrssicherheit an den Kreuzungen als auch in der Möglichkeit, proaktiv Informationen an die VerkehrsteilnehmerInnen zu bestimmten Kreuzungen oder Straßenbereichen zur Verfügung zu stellen.

TrafficCheck.at wird als Demonstrationsbeispiel für das Qualitätsmanagement für
Lichtsignalanlagen der Stadt Graz konzipiert und innerhalb eines Versuchsgebietes getestet. Abschließend ist eine Projektdemonstration auf der ITS World 2012 geplant.

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