ways2go, 3. Ausschreibung (2010)

EmoMap

Berücksichtigung emotionaler Raumwahrnehmung in Navigationssystemen für FußgängerInnen

Jeder Mensch nimmt den urbanen Raum anders wahr. Manche Orte werden als unsicher empfunden, andere als besonders schön. Diese Wahrnehmung ist subjektiv und von Emoti-onen des Menschen beeinflusst. Im Projekt EmoMap werden derartige Informationen durch eine Community erhoben und in einer offenen Datenbank abgelegt. Auf diese kann dann zugegriffen werden, z.B. um Navigationssysteme für Fußgängerinnen zu verbessern.

Jeder Mensch nimmt den urbanen Raum anders wahr. Manche Orte werden als unsicher empfunden, andere als besonders schön. Diese Wahrnehmung ist subjektiv und von Emotionen des Menschen beeinflusst. Das Forschungsgebiet emotional mapping beschäftigt sich damit, subjektive Raumwahrnehmung zu erfassen und daraus Emotionskarten abzuleiten. Dies geschieht im Allgemeinen durch Befragung einer Gruppe von Testpersonen zu einer Stadt und anschließender Ableitung einer gemittelten Karte.
Für das Projekt EmoMap wird der Ansatz der volunteered geographic information (VGI) ge-wählt, um die emotionale Wahrnehmung der Stadt mit Hilfe einer Web-2.0-Community zu erheben. Die Daten sollen mit modernen Mobiltelefonen direkt vor Ort erfasst werden. Im Vergleich zu konventionellen Methoden hat dies den Vorteil, dass die entstehenden Daten sehr viel kleinräumiger gesammelt werden können, d.h. es wird nicht einem ganzen Gebiet eine Emotion zugewiesen, sondern nur einem Punkt. Darüber hinaus müssen nicht die Daten vieler Nutzerinnen aggregiert werden, sondern können für die weitere Verwendung unabhängig von den Daten anderer Nutzerinnen gespeichert werden. Dies erlaubt die Ableitung von Nutzerinnengruppen und ihren Raumwahrnehmungen, z.B. bestimmte Nutzerinnengruppen empfinden einen Ort als unsicher. Mit diesen Informationen können nutzerinnenadaptive Services zur Mobilitätsunterstützung entwickelt werden. Im Rahmen des Projekts EmoMap wird als beispielhafte Anwendung untersucht, wie derzuvor erfasste „emotio-nale Layer“ in der Routenberechnung in Fußgängerinnen-Navigationssystemen berücksichtigt werden kann. Anschließend werden die entwickelten Methoden hinsichtlich der wissenschaftlichen Hypothese getestet. Diese geht davon aus, dass sich die Nutzerinnenzufriedenheit durch Berücksichtigung emotional gefärbter Geodaten erhöhen lässt. Die für EmoMap gesammelten, emotional gefärbten Geodaten werden unter Berücksichtigung der Datenschutzproblematik in einer offenen Online-Datensammlung (OpenEmotion-Map.org) abgelegt und stehen dort für andere Projekte zur Verfügung bzw. können durch die Community weiterhin ergänzt und ausgebaut werden.

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