ways2go, 3. Ausschreibung (2010)

mobilityXchange

Marktbasiertes Anreizsystem zur Optimierung des betrieblichen Mobilitätsmanagements

Betriebliches Mobilitätsmanagement sensibilisiert Mitarbeiter für nachhaltige Mobilität. Die Integration marktwirtschaftlicher Instrumente macht Mobilitätsmanagement dynamisch. Z. B. Firmenparkplatz, Radreparatur, ÖV-Ticket als Mobilitätsressourcen werden als handelbare Güter in ein betriebsinternes Handelssystem eingebracht, die umweltpolitische Wirksamkeit steuerbar (Planungssicherheit) und eine gerechte Ressourcenverteilung erreicht.

Betriebliches Mobilitätsmanagement (MM) wird als das geeignete Instrument zur
Sensibilisierung der MitarbeiterInnen in Richtung einer nachhaltigen Mobilität gesehen. Sobald „Gewohnheiten“ im Kfz-Verkehr verändert werden sollen, möglicherweise sogar auf Mobilitätsressourcen wie z.B. durch Verzicht auf einen Kfz-Parkplatz, ist mit Widerständen von Interessensgruppen zu rechnen.
Betriebe stehen im Spannungsfeld von internen Forderungen nach Kfz-Stellplätzen und externen gesamtstädtischen Politikstrategien, die, ob der überlasteten Straßennetze und umweltpolitischer Ziele aktiv einen Beitrag zur Verlagerung von Kfz-Verkehr auf alternative Verkehrsmittel fordern. Es entsteht somit Bedarf nach innovativen Ausgleichs- und Anreizstrukturen, die von allen Akteuren akzeptiert werden. Einerseits sollen formulierte umwelt- und verkehrspolitische Ziele erreicht werden. Andererseits soll eine Akzeptanz beim Betrieb und Beschäftigten zur „Veränderung“ der Gewohnheiten im Verkehrsverhalten erreicht werden.
mobilityXchange forciert die Integration ökonomischer marktwirtschaftlicher Instrumente (z.B. Börse) in betriebliches Mobilitätsmanagement zur Beeinflussung des individuellen Mobilitätsverhaltens. Mobilitätsressourcen, wie z.B. Firmenparkplatz, Radreparatur, ÖV-Ticket werden als handelbare Güter in ein Handelssystem eingebracht. Folge ist: Das betriebliche MM wird dynamisch, die umweltpolitische Wirksamkeit steuerbar und eine gerechte Verteilung der vorhandenen Ressourcen gesichert.
In Abhängigkeit ihrer aktuellen Lebensumstände nehmen alle MitarbeiterInnen,
gleichberechtigt am Handelssystem teil. Das Handeln von Mobilitätsressourcen bietet den MitarbeiterInnen die flexible Möglichkeit ihr Verkehrsverhalten zu optimieren. Es wird der „Spieltrieb“ der Beteiligten im Sinne der gesetzten umwelt- und verkehrspolitischen Ziele positiv genutzt. Weiters wird Planungssicherheit für EntscheiderInnen und MitarbeiterInnen erreicht. Die Betriebe haben die Chance, gezielt einen Beitrag zu einer übergeordneten Verkehrs- und Umweltstrategie zu leisten.
mobilityXchange bezieht potenzielle Endnutzer mit ein und untersucht mögliche
Marktmechanismen für dieses Handelssystem mit Laborexperimenten. Damit können die Wirkmechanismen für den Austausch von Mobilitätsressourcen identifiziert und die effiziente Ausgestaltung des „Mobilitätsmarktes“ bzw. des Zuteilungsmechanismus abgeleitet werden.
Eingebettet wird das Handelssystem in ein funktionsorientiertes Sensitivitätsmodell, welches die komplexen Wirkungszusammenhänge des betrieblichen MM aufzeigt. Begleitet wird das Forschungsprojekt mobilityXchange durch eine Fokusgruppe mit Entscheidern aus Politik und Betrieben, um deren Bedürfnisse adäquat zu berücksichtigen. mobilityXchange revolutioniert den MM-Ansatz: Es entsteht ein „lernendes“ marktbasiertes Mobilitätsmanagement-Werkzeug, welches eine permanente spielerische Auseinandersetzung mit dem eigenen Mobilitätsverhalten fördert, eine nutzerorientierte, gerechte Verteilung der Mobilitätsressourcen und Planungssicherheit für alle Beteiligten gewährleistet.

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