ways2go, 3. Ausschreibung (2010)

Caruso

Privates Carsharing im Living Lab: Nachhaltige Mobilität durch Empowerment u. ihre sozio-kulturellen Bestimmungsfaktoren

In CARUSO wird ein Toolkit entwickelt, welches zum einen privates Carsharing vereinfacht und zum anderen die Möglichkeit bietet, die mit dieser Mobilitätsform verbundenen Bedürfnisse und Barrieren seitens ausgewählter BenutzerInnengruppen im Rahmen eines Living Labs zu erfassen. Was motiviert und unterstützt Leute, Autos gemeinsam zu nutzen?
Wie können die Hindernisse in geeigneter Form aus dem Weg geräumt werden?

CARUSO erforscht die Determinanten, die für eine funktionierende, gemeinsame Nutzung von Kraftfahrzeugen ausschlaggebend sind und generiert gleichzeitig neue technische und nicht-technische Konzepte zur Unterstützung von privaten Carsharing-Gruppen.

Carsharing, die organisierte gemeinsame Nutzung von Autos, ist mit hohem Verwaltungsaufwand verbunden und wird daher bis dato vor allem über professionelle Anbieter angeboten. Internationale Erfahrungen zeigen jedoch, dass im privat organisierten Carsharing noch ein großes Potenzial liegt. Die AnwenderInnen identifizieren sich viel stärker mit dem Carsharing-System, was neue Konzepte für speziell ausgerichtete und adaptierbare Carsharing-Angebote in Kleinstädten und ländlichen Regionen erdenken lässt, und für die die Wissenschaft bisher keine schlüssigen Konzepte anzubieten hat [Canzler et al., 2009].

In diesem Projekt wird versucht, das Phänomen „privates Carsharing“ besser zu verstehen. Ziel ist es, Verstärker und motivierende Faktoren für die erfolgreiche Nutzung von privatem Carsharing zu erkennen, Hindernisse und Barrieren, die gegen das Carsharing sprechen, zu identifizieren und durch die Bereitstellung entsprechender Tools weitgehend zu reduzieren.
Da die Bedürfnisse der Carsharer über traditionelle Forschungsmethoden jedoch nur schwer ermittelbar sind, forschen wir im Living Lab gemeinsam mit AnwenderInnen (geplant sind Gruppen mit insgesamt rd. 20 Autos/ 100 Personen) aus Vorarlberg und Wien. Den Carsharing-Gruppen wird ein Toolkit zur Verfügung gestellt, das sie nach Belieben nutzen können. Durch den Einsatz verschiedener Beobachtungs- und Befragungstechniken sollen die Bedürfnisse und Verhaltenstendenzen der Carsharer in Bezug auf Nutzung, Sozialverhalten und Mobilität erfasst und analysiert werden, um schließlich entsprechende Lösungen dafür vorzuschlagen. Neben erprobten Carsharern und Personen, die noch kein Carsharing betrieben, aber daran interessiert sind, wird zusätzlich eine Kontrollgruppe von Personen ohne jeglichem Bezug zu Carsharing untersucht.
Nachdem die Tools im Rahmen des Living Labs in real life conditions angewendet werden, kann mit sehr validen Ergebnissen gerechnet werden. Das Toolkit umfasst zum Beispiel ein Reservierungssystem, ein elektronisches Fahrtenbuch mit zusätzlicher Dienstleistung zur Abrechnung der Fahrten sowie des Treibstoffs, ein für Carsharing optimiertes Versicherungspaket, ein Zutrittssystem, eine Vermittlungsplattform für willige Auto-Teiler, Musterverträge, Lösungen für das nun überflüssige Auto und vieles mehr.
Ein interdisziplinäres Team stellt sicher, dass neben den technischen Komponenten auch die sozialen und wirtschaftlichen Aspekte ausreichend Berücksichtigung finden.
Die Ergebnisse sollen für die Bereitstellung eines Anforderungskatalogs für die adäquate Umsetzung zukünftiger Vorhaben dieser Art verwertet werden, bzw. als allgemein anwendbare Guidelines zu

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