ways2go, 4. Ausschreibung (2011)

PROVAMO

Prototypen für eine valide und automatisierte Mobilitätserhebung mit mobilen Endgeräten

Im Projekt PROVAMO werden Prototypen für eine automatisierte Erhebung von Mobilitätsdaten mit mobilen Endgeräten (Smartphones und passive GPS-Tracker) entwickelt. Dazu greift das Projektteam auf ein Portfolio aus Erkenntnissen, Methoden und Technologien zurück, welches aus mehreren ways2go-Vorgängerprojekten entstanden ist. Das Ziel ist die Zusammenführung und Weiterentwicklung der einzelnen Projektergebnisse zu einer ganzheitlich-integrativen Lösung für die Sammlung und Analyse von Mobilitätsdaten wie z.B. zurückgelegte Wege und benutzte Verkehrsmittel. Die Erprobung und Demonstration der Prototypen erfolgt in umfangreichen Feldtests unter realen Einsatzbedingungen. Die entwickelten Methoden ermöglichen eine laufend aktualisierte Erhebung und erzielen eine Verbesserung der Datengrundlagen für die Raum- und Verkehrsplanung.

Informationen über das alltägliche Mobilitätsverhalten von Personen, z.B. Wegeanzahl, Reisezeiten oder Verkehrsmittelwahl sind für Verkehrs- und Raumplaner von großer Bedeutung. Die Ergebnisse von Mobilitätserhebungen liefern wertvolle Inhalte für eine Optimierung des Verkehrsangebots im Sinne einer bestmöglichen Abstimmung auf die Verkehrsnachfrage und der Infrastruktur hinsichtlich Attraktivität und Effizienz. Die letzte österreichweite Mobilitätserhebung fand 1995 statt. Die vorhandenen Daten sind daher nicht mehr aktuell. Innovative, technologiegestützte Erhebungstools können helfen, die Datengrundlage zu verbessern und aktuell zu halten. So sind beispielweise tragbare GPS-Empfänger bereits in Erhebungen im Einsatz, welche deutlich mehr kurze Wege erfassen als herkömmliche Erhebungsmethoden (z.B. CATI, CAPI oder web-basierte Befragungen). Auch die Verwendung von Smartphones und die Nutzung verschiedener Sensordaten erlauben eine großflächige, (teil-) automatisierte Erhebung von Mobilitätsmustern. Mit verlässlichen, automatisierten Auswertungen können langfristig vor allem Kosten und Aufwand (auch für die Probanden) verringert werden.
Das prioritäre Vorhaben des Projektes ist die Zusammenführung und Weiterentwicklung von Know-How und Technologieentwicklungen aus den Projekten MobiFit, MASI-Activ, MODE, MOTION-FF, NEMO-PHONE und Smart-Mo, die im Rahmen der dritten ways2go- Ausschreibungen gefördert wurden. Die gemeinsamen Technologien aus diesem Portfolio werden dazu genutzt, um einen Prototypen in zwei Varianten (Smartphone und passives Tracking-Gerät) für eine innovative Erhebung von Mobilitätsdaten aus mobilen Endgeräten zu entwickeln. Es werden Feldtests mit Probanden und Probandinnen durchgeführt und die Ergebnisse aus Validierungsdaten und subjektiven Interviews bewertet. Daraus werden Empfehlungen abgeleitet, wie die entwickelte Methode in zukünftige Mobilitätserhebungen integriert werden kann. Neben interessierten NutzerInnen sind die primären Anwender Gebietskörperschaften, Verkehrsbetriebe, Forschungsinstitutionen und Personen, die sich mit der Planung und Evaluierung von Verkehrsmaßnahmen, sowie mit der Modellierung, Simulation oder Monitoring von Mobilitätsverhalten bzw. Infrastrukturnutzung beschäftigen. Sie bekommen durch das Tool laufend aktualisierte Mobilitätsdaten. Die entwickelten Modelle und Prototypen leisten somit einen wesentlichen Beitrag zu einer innovativen Mobilitätserhebung der Zukunft. Das Anwendungspotenzial des Projekts ist dabei nicht auf Österreich beschränkt, sondern ist auf jedes beliebige Verkehrsnetz übertragbar.

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