ways2go, 4. Ausschreibung (2011)

TransitBuddy

Autonomes Fahrzeug für mobilitätseingeschränkte NutzerInnen an großen ÖV Verkehrsknotenpunkten

TransitBuddy entwickelt eine Technologie für ein autonomes Fahrzeug, das in Verkehrsinfrastrukturen wie Bahnhöfen oder Flughäfen eingesetzt werden kann. Dieses Fahrzeug erleichtert allen mobilitätseingeschränkten Reisenden, wie geh-eingeschränkte Personen oder Reisenden mit schwerem Gepäck den sicheren und bequemen Transfer und wird gleichsam zum „Buddy“ für den Reisenden, indem er ihn durch z.B. einen Hauptbahnhof zu Anschlusspunkten und Geschäften führt und routet. Mit einer detaillierten Erhebung der Nutzerbedürfnisse als Grundlage und unter Berücksichtigung infrastruktureller Rahmenbedingungen werden alle technologische Aspekte wie Design, Konstruktion, Positions- und Umgebungsbestimmung, Navigation und Fortbewegung sowie Aspekte der Usability auf die Aufgabe der Transfermobilität hin erforscht und zu einem System entwickelt. Die gefundenen Lösungen werden entweder durch Simulation oder durch praktische Tests auf ihre Einsatztauglichkeit in einer Verkehrsstation der Zukunft evaluiert.

In großen, öffentlichen Verkehrsstationen steht der Fahrgast häufig vor den Fragen: Was ist mein Zug und wo fährt er ab? Wo bekomme ich mein Ticket und meine Reiselektüre? bzw. Wie komme ich zu meinem Hotel? Wo ist die U-Bahn oder der Taxistandplatz, wann fährt die nächste Straßenbahn in die gewünschte Richtung? Nicht nur ortsunkundige Personen und Personen mit eingeschränkter Mobilität, wie z.B. einer Gehbehinderung oder schwerem Gepäck, nutzen gerne spezielle Informationen für ihre Routenplanung, sondern jeder Fahrgast möchte sich gerne bequem und ohne lange Wegesuche durch z.B. den Bahnhof bewegen.
Die Kombination aus mobilem Infoterminal und autonomen Fahrzeug bietet dafür einen völlig neuen und innovativen Service. Der Fahrgast stellt sein Gepäck am TransitBuddy ab und gibt einfach seinen Servicewunsch bzw. sein Fahrziel ein. Entweder der Fahrgast folgt dem TransitBuddy oder er nimmt selbst darauf Platz und wird zu seinem Zug, dem Kiosk oder zur U-Bahn geleitet. Den Fahrschein gibt es während der Fahrt am TransitBuddy. Dabei werden automatisch Umleitungen durch ausgefallene Liftanlagen oder Wartungsarbeiten an Bahnsteigen berücksichtigt. Moderne Robotertechnologie wird bereits als Guide in Museen und Ausstellungen und in (teil-) automatisierten Rollstühlen für gehbehinderte Personen in Kombination mit entsprechenden Informations- und Kommunikationsmitteln erfolgreich eingesetzt. Die Weiterentwicklung dieser Technologiesysteme bietet daher ein hohes Potential, diese Vision erfolgreich zu lösen und zu verwirklichen.
Dieses Projekt untersucht alle technischen, organisatorischen und nutzerorientierten Aspekte für den Einsatz autonomer Fahrzeuge zur Unterstützung verschiedener Fahrgastgruppen an großen Verkehrsknotenpunkten des öffentlichen Verkehrs. Im Detail werden dafür
a. die notwendigen Erfassungstechnologien zur Orientierung und Lokalisierung des Fahrzeugs und seiner lokalen Umgebung (Hindernisvermeidung),
b. mögliche Aufbau- und Designvarianten des Fahrzeuges für die unterschiedlichen Funktionen (Information, Personentransport, Gepäcktransport),
c. Indoor-Routingverfahren und das Bewegungsverhalten in Bereichen mit hohem Personenaufkommen,
d. Nutzerbedürfnisse sowie Nutzersicherheit, Interaktion mit dem Nutzer, Informationsvermittlung und Nutzerakzeptanz, sowie
e. Rahmenbedingungen für die Integration in bereits bestehenden Verkehrsstationen untersucht.

Für einen erfolgreichen Einsatz müssen daher vor der Entwicklung eines Prototypen noch einige grundlegende Forschungsfragen beantwortet werden. Als Ergebnis des Projektes liegt ein technisches Konzept vor, das den Umsetzungsgrad der Kundenbedürfnisse hinsichtlich der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit bewertet und damit die Einsatzmöglichkeiten in Verkehrsstationen sowie den entstehenden Kundennutzen aufzeigt und somit die Attraktivität der Intermodalität erhöht. Für die Infrastrukturbetreiber von Verkehrsstationen, wie ÖBB Infrastruktur AG, Flughäfen oder Wiener Linien, wird neben diesem technischen Umsetzungskonzept ein Katalog an Rahmenbedingungen und potenziellen dazugehörigen Nutzern generiert. Die technischen Entwicklungen sollen in einem Folgeprojekt zu Prototypen und zum marktfähigen Produkt nach Vorgaben des Infrastrukturbetreibers weiterentwickelt werden.

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