Transnationale Projekte, 2. Ausschreibung

net(t)ride

Optimization of ridesharing through social networks

net(t)ride verfolgt den Ansatz, dynamisches Ridesharing in attraktive, stark frequentierte Social-Media-Plattfomen (facebook, etc.) einzubetten, um die „kritische Masse“ an Kunden für Ridesharing über dieses Medium zu gewinnen und außerdem die NutzerInnenakzeptanz durch virtuelle Vertrautheit zu steigern. Optimiert werden aus Nutzer¬Innensicht das Fahrer-Mitfahrer-Matching sowie Anreiz-, Bezahl- und Personenbewertungssysteme.

Spontanes Mitfahren, als Ridesharing bezeichnet, steigert den Pkw-Besetzungsgrad und sichert als zusätzliches Mobilitätsangebot die soziale Teilhabe von Personen die über keinen Pkw verfügen, begrenzten Zugriff auf öffentliches Verkehrmittel haben oder wegen einer Behinderung nicht fahren können, ohne dass zusätzlicher Pkw Verkehr entsteht. Trotz aller Vorteile konnte sich bis heute Ridesharing in der Praxis kaum etablieren. Gründe für eine mangelnde Popularität sind Barrieren, wie geringes Vertrauen gegenüber unbekannten Personen, Eingriffe in Privat- oder Intimsphäre während der Fahrt, Verringerung der Flexibilität von Pkw-Fahrern durch Umwege, Verspätungen etc., komplexer Kostenausgleich zwischen Fahrer/in und Passagier/in, mangelnde Benutzerfreundlichkeit von Ridesharing-Plattformen, fehlende Anreizsysteme etc. Für die meisten NutzerInnen ist Ridesharing daher nur dann eine Mobilitätsoption, wenn es möglich ist, spontan zu disponieren, die/der potenzielle Fahrer/in bzw. Mitfahrer/in vertrauenswürdig ist und die Organisation des Mitfahrens bzw. Mitnehmens einfach ist.

Große Chancen diese Barrieren zu überwinden bieten die rasanten Fortschritte in den Informations- und Kommunikationstechnologien. Es ist ein Entwicklungsschub von einem statischen hin zu einem dynamischen Ridesharing möglich: Mit internetfähigen Smart-Phones gelingt es, Informationen über aktuelle Standorte, Ziele, Personenprofile etc. von FahrerIn und PassagierIn in Echtzeit abrufen bzw. auszutauschen, was eine hohe Flexibilität und raschen Informationsgewinn für die komplexe Organisation des Mitfahrens mit sich bringt. Ein weiterer wichtiger Anknüpfungspunkt ist der hohe Stellenwert von Social-Media-Plattfomen (facebook, StudiVZ, MySpace, Friendster etc.) in der Bevölkerung. Ridesharing
wird dann zum Erfolg, wenn FahrerIn und MitfahrerIn einander vertrauen: Vertraute Personen nehmen einander eher mit oder fahren mit und es werden auch eher Umwege, Wartezeiten etc. in Kauf genommen. Hier kommen die Social-Media-Plattfomen ins Spiel. Social-Media-Plattfomen vergrößern soziale Netzwerke mit vertrauten Personen immens. Neue Kontakte lassen sich einfach knüpfen und die Personenprofile gewähren fix einen ersten persönlichen Eindruck über FahrerIn bzw. MitfahrerIn. Daher gilt es die großen Potenziale der attraktiven, stark frequentierten Social-Media-Plattfomen für dynamisches Ridesharing zu nutzen, um die „kritische Masse“ an KundInnen für Ridesharing über dieses
Medium zu gewinnen und außerdem die Akzeptanz durch deren virtuelle Vertrautheit zu steigern.

net(t)ride verfolgt daher einen nutzerorientierten Ansatz, dynamisches Ridesharing in bereits existierende Social-Media-Plattfomen einzubetten. Optimiert werden aus Sicht der Nutzer/innen, deren Präferenzen mit unterschiedlichen empirischen Methoden analysiert werden, das Matching von FahrerInnen und MitfahrerInnen sowie spielerische Anreiz-, Bezahl- und Personenbewertungssysteme, so dass dynamisches Ridesharing verknüpft mit
Social-Media-Plattfomen zum Erfolg wird.

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