Verkehrsinfrastruktur, VIF2012

MAGMA

Monitoring abtragender griffigkeitsverbessernder Maßnahmen

Die Fahrbahngriffigkeit gilt als wesentlicher Faktor zur Beurteilung der Verkehrssicherheit. Dabei bestimmt der Kraftschluss zwischen Reifen und Fahrbahn die Höhe der maximal über-tragbaren Beschleunigungs- und Verzögerungskräfte, die aus den unterschiedlichen Fahr-manövern resultieren. Das österreichische Autobahnen- und Schnellstraßennetz wird aus diesem Grund in regelmäßigen Intervallen auf Griffigkeitsmängel untersucht. Mindergriffigkeiten entstehen durch unzureichende Textureigenschaften an der Fahrbahndecke, die auf Ein-baufehler oder unzureichende Materialeigenschaften zurückzuführen sind. Hier sind insbe-sondere Mörtelanreicherungen an der Oberfläche oder poliertes Gestein zu nennen. Die mangelhafte Ausbildung von Makro- und Mikrotextur resultieren in Reibungsverlusten auf nassen Fahrbahnoberflächen und können zu Unfällen führen. Desweiteren ist die ASFINAG als Straßenhalter mit einer vertraglichen Schutz- und Sorg-faltspflicht konfrontiert, weshalb im Rahmen der Zumutbarkeit danach zu streben ist, Griffig-keitsmängel zu eliminieren. Eine Sanierung kann dabei in Form eines Überbauens oder Ersetzens der Deckschicht erfolgen oder es wird ein abtragendes Verfahren zur Griffigkeitsver-besserung angewendet. Jedoch sind deren Wirksamkeiten und Anwendungsvoraussetzungen zur nachhaltigen und effektiven Griffigkeitsverbesserung nahezu unerforscht. Das Projekt MAGMA behandelt wirtschaftlich bedeutende Sanierungsverfahren zur nachhal-tigen Griffigkeitserhöhung unter Berücksichtigung der am ASFINAG-Straßennetz anzutreffenden Oberbautypen und Schadensbildern. Intelligentes Monitoring des Griffigkeitsbildes über zwei Jahre sowie die Dokumentation und Erhebung von äußeren Einflüssen bilden in Summe bestmögliche Bedingungen zur Evaluierung des erfassten Datenpools mit dem Ziel, eine optimale Verfahrensauswahl von griffigkeitsverbessernden Maßnahmen hinsichtlich ökonomischer und ökologischer Effizienz zu gewährleisten. Ziel des Projekts MAGMA ist es daher, langfristig wirksame griffigkeitsverbessernde Maß-nahmen (gvM) in Abhängigkeit von Belag, Schädigung und äußeren Einflüssen zu identifizieren. Basis bildet die Identifikation von unzureichenden Griffigkeitenüber eine Mindeststreckenlänge von 1.200 m. Dabei werden fünf Strecken mit unterschiedlichen Belagstypen ausgewählt. Weiters ist auf ein differenziertes Schadensbild zu achten. Je Strecke werden zwei un-terschiedliche Sanierungsverfahren in Abhängigkeit des Schadens durchgeführt. Dabei hat jede Maßnahmensetzung mit einer Mindestlänge von 500 m zu erfolgen und ist mit einer un-behandelten Referenzstrecke zu vergleichen. Eine Griffigkeitserfassung vor der Sanie-rungsmaßnahme und sechs weiteren Erfassungszyklen nach der Maßnahmensetzung erlauben es, zwei Winterereignisse zu beobachten und gewähren einen größtmöglichen Monitoringzeitraum innerhalb der Projektlaufzeit. Wissenschaftliche Ergebnisse werden in Form von statistischen Auswertungen, einer Kosten-Nutzen-Analyse und Empfehlungen dargelegt

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