Personenmobilität, MdZ 2. Ausschreibung (2013)

KoStrat-AktiL

Koordinierte Strategien für Mobilität und Lebensqualität: Aktiv im Leben

KoStrat-AktiL erarbeitet die Grundlagen für die Entwicklung einer ressortübergreifenden FTI-Strategie für das Themenfeld „physische Mobilität“ vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft. Handlungsfelder und Bedarfslagen werden mittels Literatur-Analysen, Interviews, Fokusgruppen und eines Foresight-Prozesses mit relevanten Stakeholdern erhoben. Auf Basis einer Stärken/Schwächen und Potentialanalyse des österreichischen FTI-Systems erfolgt die Priorisierung möglicher interministerieller, zukunftsorientierter Maßnahmen.

Problematik und Ausgangssituation: Alle modernen Gesellschaften unterliegen einem bedeutsamen demografischen Wandel. Der Anteil der über 50 jährigen Menschen an der Gesamtbevölkerung steigt stetig. Dabei wird sich sowohl die Zahl derjenigen älteren Menschen, die im Besitz von Führerschein und einem eigenen Auto sein werden, erheblich erhöhen, als auch die Zahl derjenigen, die aufgrund individueller gesundheitlicher Beeinträchtigungen von einer verminderten Mobilität betroffen sein werden. Um Mobilität und Lebensqualität einer älter werdenden Gesellschaft zu stärken, bedarf es einer Vielfalt an Maßnahmen, die bei unterschiedlichsten Akteuren staatlichen Handels angesiedelt sind (Forschung, Technologie und Innovation, Stadt- und Regionalentwicklung, Verkehr und Verkehrsinfrastruktur, Gesundheit, Soziales, Bildung). Die Entwicklung koordinierter, zwischen den relevanten Akteuren abgestimmter Strategien, stellt jedoch aufgrund der existierenden Spezialisierung und individueller Zielsetzungen eine große Herausforderung für die öffentliche Hand dar. Gemeinsame Handlungsfelder und ineinandergreifende Maßnahmen zwischen Akteuren der FTI-Politik, der Verkehrs- und Mobilitätspolitik, der Gesundheits- und Sozialpolitik sind derzeit unzureichend identifiziert. Ziele, Methoden und Ergebnisse: Die Studie soll die Grundlagen für die Entwicklung von ressortübergreifenden FTI relevanten Maßnahmen bereitstellen. Sie wird im Rahmen eines zukunftsorientierten Stakeholderprozesses (Mini-Foresightprozess) in Kooperation zwischen ExpertInnen der außeruniversitären Forschung und ExpertInnen und EntscheidungsträgerInnen der öffentlichen Verwaltung bzw. ministeriumsnahen Initiativen und Institutionen erstellt. Die Studie umfasst fünf aufeinander abgestimmte Arbeitspakete: In Arbeitspaket 1 werden auf Basis von Literaturanalysen sowie Interaktionen mit dem Auftraggeber und relevanten Stakeholdern, Hypothesen bzgl. Potentiale für zukunftsorientierte, handlungsübergreifende Lösungen entwickelt. Diese dienen dazu, die strategische Ausrichtung des Gesamtprojektes zu fokussieren und als Rahmen für die Entwicklung einer Vision und der Eingrenzung strategischer Themenfelder. Der Teilbericht von Arbeitspaket 1 beschreibt dann den mit allen Stakeholdern vereinbarten strategischen Rahmen für die weitere Projektarbeit. In den Arbeitspaketen 2 und 3 erfolgen eine Analyse des themenrelevanten FTI-Systems und eine Analyse FTI-relevanter Maßnahmen außerhalbe des FTI-Systems. Über Desk Research Aktivitäten (Literaturanalyse, Internet-Recherche) sowie Interviews und Fokusgruppen werden nationale FTI Maßnahmen, Instrumente und Strategien, formelle und informelle Kooperationstrukturen erhoben, und in den Kontext europäischer FTIStrategien und internationaler good-practice Maßnahmen gesetzt. Die Ergebnisse der Recherchearbeiten sollen dazu dienen, erste Annahmen zu Stärken/Schwächen und Potentiale des österreichischen FTI-Systems zu treffen und darauf aufbauend Ansatzpunkte für konkrete Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln. Das mit Hilfe eines Plausibilitäts- und Robutsheitschecks im Rahmen des Stakeholderforum „ROADMAP“ überprüfte und optimierte Ergebnis ist Inhalt des zweiten Projektreports. Die identifizierten, „robusten Maßnahmen“ werden im Arbeitspaket 4 einer weiterführenden Kosten-Nutzen Abschätzung unterzogen. Hierbei werden Mehrwert und Kosten, Synergien bei bestehenden Maßnahmen/Mitteln sowie zusätzlichen Bedarf an Maßnahmen/Mitteln und Vorschläge für Gestaltung identifiziert was zur weiteren Priorisierung der Empfehlungen beitragen soll. Im Fokus stehen dabei sowohl inhaltliche Empfehlungen als auch die Entwicklung und Umsetzungsplanung eines neuartigen, ressortübergreifenden Kooperationsmodells. Das Arbeitspaket 5 spannt einen Zukunftsprozess auf: In dessen Rahmen werden die inhaltlichen Teilergebnisse der Arbeitspakete von betroffenen und beteiligten Experten und Entscheidungsträgern aus der Perspektive einer „wünschenswerten Zukunft 2035“ heraus reflektiert und auf ihre Plausibilität und Robustheit hin überprüft werden. Auf Basis klarer Kriterien haben alle relevanten Stakeholder die Möglichkeit, im Rahmen von zwei Steuerungsworkshops (Begleitgruppe) und zwei Stakeholderforum (Stakeholder, Begleitgruppe) die inhaltlichen Teilergebnisse und abschließenden Politikempfehlungen für Umsetzungsmaßnahmen dabei Schritt für Schritt aktiv mitzugestalten. Das dabei entstehende, breite Kommittent soll nach Projektende den Ministerien Entscheidungssicherheit geben und ihnen eine rasche und breite Umsetzung ihrer Entscheidungen ermöglichen.

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