Gütermobilität, MdZ 3. Ausschreibung (2013)

eComTraf

Auswirkungen von E-Commerce auf das Gesamtverkehrssystem

Das Internet hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Vertriebskanal für den Einzelhandel entwickelt. Bis 2020 sollen bis zu 60% der österreichischen Bevölkerung zumindest einmal im Jahr im Internet kaufen. Dieser boomende E-Commerce wird in zahlreichen Studien als wesentlicher Treiber der jährlichen Transportleistung von KEP-Dienstleistern gesehen. Neben dem anhaltenden Anstieg des Paketvolumens scheinen sich aber auch zahlreiche Veränderungen im Nutzenverhalten der KundInnen abzuzeichnen. Diese Entwicklungen – steigende Paketmengen durch vermehrten Einkauf im Internet und damit einhergehende Veränderungen der privaten Einkaufsfahrten – haben Auswirkungen auf das Gesamtverkehrssystem. Hier besteht jedoch noch erheblicher Forschungsbedarf. Zwar existieren bereits Forschungsbeiträge über die Änderungen der Mobilitätsbedürfnisse und des Verkehrsverhaltens der KundInnen durch die IKT-Nutzung, diese zeigen jedoch kein eindeutiges Bild. Wechselwirkungen zwischen Personenmobilität und E-Commerce konnten daher noch nicht zufriedenstellend nachgewiesen werden. Der Zusammenhang zwischen Bedürfnissen der KonsumentInnen, den Angeboten der KEP-Dienstleistungsbranche sowie der Online-Retailer und den daraus resultierenden Wirkungen auf das Gesamtverkehrssystem steht im Zentrum der Studie eComTraf. Ziel ist, Wechsel-wirkungen zwischen Personenmobilität und E-Commerce und deren Einfluss auf das Gesamtverkehrssystem in Form eines Wirkungsmodells darzustellen. Mit Hilfe des Modells ist es möglich, prinzipielle Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge aufzuzeigen. Darauf aufbauend werden sowohl Handlungsfelder für die Verkehrs- und Innovationspolitik als auch konkrete Forschungs- und Entwicklungsthemen für zukünftige FTI-Ausschreibungen abgeleitet. Zur Erreichung oben angeführter Ziele werden in der Studie eComTraf die drei Akteure im Umfeld von E-Commerce in die Analyse eingebunden: KundInnen mittels Online-Befragung, Online-Retailer sowie KEP-Dienstleister mittels Beirat und ExpertInneninterviews. Weiters ist eine intensive Zusammenarbeit mit dem bmvit und der FFGals Vertreter von Politik und Fördergeber vorgesehen. Die ARGE ist so erstmals in der Lage ein ganzheitliches Ursache-Wirkungs-Gefüge aufzuzeigen. Erst diese umfassende Betrachtung ermöglicht es, potenzielle Auswirkungen des Onlinehandels (und seiner zukünftigen Tendenzen) auf den Verkehr abzubilden. Daraus lassen sich gezielte Handlungsempfehlungen für die Verkehrs- und Innovationspolitik sowie Themen für zukünftige FTI-Ausschreibungen ableiten.

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